Die Schande der Unesco

Der Friedensnobelpreisträger und Holocaust-Überlebende Elie Wiesel will nicht, dass der ägyptische Kulturminister Faruk Hosni der nächste Generaldirektor der UNESCO wird. In einem Aufruf, den die ‚Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung‘ abgedruckt hat, fordert er die internationale Gemeinschaft auf, die Wahl des Ägypters zu verhindern. Faruk Hosni stehe nicht für Frieden, Dialog und Kultur, sondern für das Gegenteil dessen, schreibt der Schriftsteller. NPD-BLOG.INFO dokumentiert diesen Aufruf in Auszügen. 

Wer erklärte im April 2001: „Israel hat nie einen Beitrag zur Zivilisation geleistet, zu keiner Epoche; es hat sich immer nur die Güter anderer angeeignet“? Und wer hat zwei Monate später nachgelegt: „Die israelische Kultur ist eine unmenschliche Kultur, eine aggressive, rassistische, überhebliche Kultur, die auf einem ganz einfachen Prinzip beruht: Zu stehlen, was ihr nicht gehört, um es anschließend als etwas Eigenes auszugeben“?

Wer hat bereits 1997 dargelegt und später überall wiederholt, er sei der „erbitterte Feind“ aller Versuche seines Landes, mit Israel normale Beziehungen zu pflegen?Wer hat erst im vergangenen Jahr einem Abgeordneten des ägyptischen Parlaments, der sich sorgte, es könnten auch israelische Bücher in die Bibliothek von Alexandria aufgenommen werden, geantwortet: „Bring mir diese Bücher, und wenn es sie gibt, werde ich sie vor deinen Augen verbrennen“?

Wer hat 2001 in der Zeitung „Ruz al-Yusuf“ behauptet, dass Israel in seinem dunklen Streben von den internationalen Medien unterstützt werde, die von „Juden infiltriert“ seien, die dort „Lügen verbreiten“?Wem also verdanken wir diese unsinnigen Aussagen, diese Blütenlese des Hasses, der Dummheit und der stumpfsinnigsten Verschwörungstheorien?

Faruk Hosni, seit mehr als fünfzehn Jahren ägyptischer Kulturminister und mit Sicherheit der nächste Generaldirektor der Unesco – jedenfalls wenn vor dem Bewerbungsschluss am 30. Mai nichts unternommen wird, seinen bislang unaufhaltsamen Weg zu einem der für die globale Kultur wichtigsten Ämter zu stoppen. Schlimmer noch: Die von uns zitierten Sätze geben nur einen kleinen Eindruck davon wieder, was Herr Hosni seit fünfzehn Jahren äußert. Es sind nicht einmal die widerwärtigsten seiner Aussagen. Sie holen ihn nun ein, da er sich auf einen entscheidenden Posten in der internationalen Kultur bewirbt. […] Wir haben keine Minute zu verlieren. Jeder ist aufgerufen zu verhindern, dass die Unesco in die Hände eines Mannes gerät, der, wenn er das Wort Kultur hört, mit Bücherverbrennung antwortet.

Der gesamte Aufruf ist in der FAS nachzulesen.

Siehe auch: Welttag gegen Rassismus, Unesco stellt klar: Auschwitz war deutsches Vernichtungslager, UN-Antirassismuskonferenz: Abschlusserklärung vorzeitig angenommen