NPD-Kandidat mit Schusswaffe

„Nazis in den Parlamenten“ (NiP) recherchiert und dokumentiert die Arbeit der NPD in den sächsischen Parlamenten seit Sommer 2004. Bei den Recherchen zu den Spitzenkandidaten der NPD in Dresden ist NiP auf interessante Informationen gestoßen.

Der Stellvertretende Kreisvorsitzende der NPD Dresden und Spitzenkandidat im Wahlkreis 6 (Bühlau/Schönfeld-Weißig), Paul Lindner, unterhält den Angaben zufolge auf der nicht-rechten Internet-Plattform „Dampfer.net“ ein öffentliches Profil unter dem Namen „freefight87“. In diesem Profil posiere er u.a. mit einer Schusswaffe, wie auch ein Foto belegt. Möglicherweise handelt es sich bei der Waffe um eine MP38, die vor allem von der Wehrmacht eingesetzt wurde. Er sei Mitglied in der Gruppe „Kameradschaft Dresden“ und „SFH – Für die Kämpfer aus dem Hochland!“ In diesen Gruppen unterhalte er Kontakte zu offen gewaltbereiten Neonazis. Eines seiner Fotoalben nennt sich „88“, was in der rechten Szene für „Heil Hitler“ steht und zeige ihn u.a. mit der Reichskriegsflagge.

Ordner bei „Trauermarsch“

Lindner war dem Bericht zufolge in der Vergangenheit vor allem als Ordner von NPD-Demonstrationen aktiv, wie z.B. am 13. und 14. Februar 2009 in Dresden. Darüber hinaus sei er bei Störversuchen von Neonazis gegenüber Aktionen und Projekten gegen Rechts aufgefallen, wie z.B. beim Bürgerfrühstück der Bürgerinitiative „Pieschen gegen Rechts“ am 06.10.2007.

Ebenfalls in der „Dampfer.net“-Gruppe „SFH – Für die Kämpfer aus dem Hochland!“ sei der NPD-Spitzenkandidat für den Wahlkreis 3 (Innere und Äußere Neustadt), Mathias Rochow zu finden. Vor wenigen Jahren war auf einer Internetseite der JLO (Junge Landsmannschaft Ostdeutschland) nach Angaben von NiP ein Bild von ihm zu sehen, wo er mit Kameraden in Anlehnung an berühmte Bilder deutscher Wehrmachtssoldaten, die am 01.09.39 eine Schranke aufschieben, diese Szene nachstellte.

Siehe auch: Die NPD und das Strafrecht,  Die neue NPD-Spitze: eine saubere Mannschaft, Die NPD und die Gewalt: JN-Chef Schäfer propagiert offenbar neue SA, Broschüre: “Kein Platz für Rechtsextremisten in den Kommunalparlamenten”