Rechte Gewalt gegen “Minderwertige”: Mordfall auch in Leipzig?

Aus Leipzig erreichte NPD-BLOG.INFO ein Hinweis in Sachen Gewalt gegen Obdachlose. Auch dort wurde im Jahr 2008 ein Obdachloser ermordet. Es gebe Anzeichen dafür, dass der Täter zumindest Kontakte ins Nazi-Milieu hatte (vermutlich Teilnahme an einer Spontandemo zum Thema „Todesstrafe für Kinderschänder“ unmittelbar vor der Tat), schreibt Chronik.LE. Leider sei dem im Prozess nicht nachgegangen worden. „Ebensowenig wie der skandalösen Tatsache, dass die Polizei sich erst anderthalb Stunden, nachdem sie von einer Passantin über den schwerverletzten Mann informiert worden war, um ihn kümmerte (er starb zwei Wochen später).“ Möglicherweise gebe es viele ähnliche Fälle, die sich nicht so eindeutig der „rechten Szene“ zuordnen ließen. Der Bericht von Chronik.LE dazu.

Weil dieser Mord auch in Leipzig selbst ziemlich untergegangen sei, dokumentiert Chronik.LE den Ereignisbericht in einer Broschüre mit dem Titel „Leipziger Zustände“, die ab der kommenden Woche als Printversion erscheint und als Download auf der Seite stehen wird. Bis auf diesen einen Fall enthält die Broschüre auf 52 Seiten Kurz-Auszüge aus der Online-Chronik (von Anfang 2008 bis jetzt) sowie längere Artikel zur lokalen Leipziger Nazi-Szene (Freie Kräfte, NPD) und zu anderen Formen von Diskriminierung und Menschenfeindlichkeit.

„Hörrundgang“ 

Weiterhin wies Chronik.LE noch auf ein Projekt Leipziger Schüler_innen und Student_innen mit dem Titel „BEI UNS DOCH NICHT! Spuren rechtsmotivierter Gewalt“ hin, welches seit vergangener Woche auf den Seiten von Chronik.LE präsentiert wird. Mittels 23 Audio-Tracks bzw. 4 downloadbaren „MP3-CDs“ kann man sich auf einen „Hörrundgang“ durch Leipzig begeben. „Den Projektmacher_innen ist damit eine wirklich beeindruckende Audio-Collage über rechte Gewalttaten (und die Reaktionen darauf) gelungen“. Hier geht es zum Hörrundgang.

Siehe auch: Gewalt gegen Obdachlose: Die meisten Todesopfer in Nordostdeutschland, Gewalttaten gegen Homosexuelle, Behinderte und Obdachlose