Thüringen: Unterwanderung der FDP?

In Thüringen gibt es Spekulationen über einen Kandidaten der FDP. Auf der Stadtratsliste der Jenaer Liberalen kandidiert Christian Stünkel, ein bekannter Anwalt von Neonazis und eines Kriegsverbrechers.

Über die Jenaer Kommunalwahlliste der Liberalen wird Kritik laut. Auf Listenplatz 18 (Zahlenkombination 18 = „Adolf Hitler“) findet sich der Rechtsanwalt Christian Stünkel. Stünkel trat 2008 beispielsweise als Verteidiger im Münchner Kriegsverbrecherverfahren gegen Josef Scheungraber und im Verfahren gegen den JN-Bundesvorsitzenden Michael Schäfer auf. 2008 gehörte er ebenfalls der Verteidigung an, als sieben Mitglieder der JN in Thüringen wegen Körperverletzung vor dem Braunen Haus in Jena angeklagt waren. Nach Informationen der Jenaer Grünen soll sich Stünkel auch öffentlich gegen die Verschärfung des Strafgesetzbuches im Hinblick auf sogenannte Haßkriminalität ausgesprochen haben und der schlagenden, rechten Halle-Leobener-Burschenschaft Germania zuzuordnen sein. Nachdem es der NPD nicht gelungen war, für die Kommunalwahl am 7. Juni 2009 in Jena anzutreten, haben die Grünen nun die Befürchtung, „dass sich Rechtsextremisten unter dem Deckmantel der demokratischen Parteien in den Stadtrat einschmuggeln“.

Siehe auch: Thüringen: NPD tritt nicht flächendeckend anJena: “Kampf um die Straße” statt “Kampf um die Parlamente”Kampagnenstart: “Kein Ort für Neonazis in Thüringen”.