Gewalt bei Busse-Beerdigung: 50 Tagessätze für NPD-Wiener

Wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte muss der Regensburger NPD-Chef Willi Wiener laut Regensburg digital einen Strafbefehl von 50 Tagessätzen bezahlen. Wiener war bei der Beerdigung des Altnazis Friedhelm Busse in Passau einem Polizeibeamten gegenüber tätlich geworden. Zunächst habe „der Kopf der Regensburger Neonazi-Szene“ Widerspruch gegen den Strafbefehl eingelegt, heißt es weiter. Wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Passau dem Bericht zufolge bestätigte, ist der Strafbefehl mittlerweile aber rechtskräftig.

Neonazis greifen Journalisten an

Bei der Busse-Beerdigung Ende Juli 2008 waren 30 Neonazis auf den Journalisten Robert Andreasch losgegangen und hatten ihn mit Schlägen und Tritten verletzt. Er erlitt unter anderem mehrere Rippenbrüche. Einer der Schläger wurde bereits zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr verurteilt. Der Münchner Neonazi Philipp Hasselbach erhielt eine Haftstrafe von drei Monaten, weil er das Kameraobjektiv des Journalisten zertrampelt hatte.

Ab Mitte Juni muss sich NPD-Funktionär Thomas Wulff in Passau vor Gericht verantworten. Wulff hatte eine Reichskriegsflagge mit Hakenkreuz über Busses Sarg ausgebreitet. Anfang April war Wulff erneut in den Bundesvorstand der NPD gewählt worden. Die Sicherstellung der Flagge durch die Passauer Polizei führte zu einer Hetzkampagne der NPD gegen den Passauer Polizeichef Alois Mannichl.

NPD sieht sich wie gewohnt als Opfer

Die NPD sprach nach den Attacken auf Andreasch wieder einmal von angeblichen Presselügen. In einer aufgewühlten Mitteilung drohte NPD-Bundesvorstand Frank Schwerdt sogar selbst mit Anzeigen  ”wegen Körperverletzung und Nötigung gegen den angeblich nach der Beerdigung angegriffenen ‘Journalisten’”. Schwerdt bezeichnete den Pressevertreter als “Hetzer”, der “offensichtlich Randale wollte”.

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