NPD marschiert am Tag der Befreiung / Überfall auf Gewerkschafter laut Neonazis “Presselüge”

Die NPD will in Mecklenburg-Vorpommern am 8. Mai eine große Kundgebung in Demmin abhalten. Eine entsprechende Demonstrationsanmeldung beim Kreisordnungsamt als Genehmigungsbehörde bestätigte Landrat Siegfried Konieczny (Die Linke) gegenüber dem Nordkurier. Demnach gehen die Veranstalter von rund 200 Teilnehmern aus.

Neonazis mal wieder Opfer

Unterdessen beschäftigt sich die rechtsextreme Partei noch mit den Ereignissen am 01. Mai – unter anderem in Dortmund, wo Neonazis eine DGB-Veranstaltung überfielen. Die NPD veröffentlichte dazu eine Erklärung von Neonazis aus Dortmund, in der es – ganz dem bekannten Opfermythos folgend – heißt:

Da auch die NPD seit Jahrzehnten Opfer von Presselügen, Verdrehungen und böswilligen Unterstellungen ist, können wir die Berichte über angeblich rechte Gewalttaten nicht unhinterfragt lassen.

In der Erklärung der Neonazis heißt es dann:

Der erfundene Angriff auf die vom DGB organisierte Demonstration ist nichts weiter als eine dreiste Presselüge! Mit Hilfe dieser journalistischen Spitzfindigkeit versucht man erneut ein Klima der Angst zu schüren. Wer spricht an diesem 1. Mai schon über die Wirtschaftskrise, steigende Arbeitslosenzahlen, oder die vielen Arbeiter, die momentan aufgrund von steigender Kurzarbeit ihre Familien nicht mehr ernähren können?

Wie die Antwort der NPD auf die Wirtschaftskrise aussieht, zeigte am 01. Mai unter anderem Udo Pastörs. In seiner Rede gab er folgende „Einschätzung“ zum Besten:

“Nicht nur in Mexiko grassiert die Schweinepest [Gelächter, mäßiger Applaus], sondern die intellektuelle Schweinepest grassiert auch in den Hochschulen ebenso wie gar nicht weit von hier, unter Vorsitz von Andrea Merkel, in der Knesset an der Spree.” [”Angelika” aus dem Publikum]. […]

Bei uns in Mecklenburg-Vorpommern – und nun mache ich den Bezug auf das Bundesland – sitzen in allen Parteien in führenden Funktionen ehemalige SED-Bonzen. An der Spitze der Kamarilla die Bundeskanzlerin Miss Germany, Vorsitzende oder leitende Funktion in der FDJ für Agitprop – für Agitation und Propaganda -, stramm kommunistisch von West nach Ost mit ihrem Vater, der ein Pfaffe ist, über die Mauer gekrochen, um ins Arbeiterparadies zu gelangen und dann gewandelt als heilige Jungfrau der gesamtdeutschen Lösung wiederauferstanden in den Reihen der Christen und Demokraten. Und diese Grande Dame des Verrats, des Betrugs, des Hochverrats, versucht jetzt das deutsche Volk zu besänftigen, in dem sie Signale nach Mecklenburg und Vorpommern sendet.”

Über Bundesinnenminister Schäuble sagte Pastörs:

“Tausende werden in diesem Land politisch verfolgt. Hunderte sitzen in den Gefängnissen. Auch ich persönlich habe schon das Vergnügen gehabt dort zu Besuch zu sein. Mich hält aber dieses Unnatürliche, diese Drohkulisse und dieses Unterdrücken vom Mielke aus Berlin, der ja neuerdings auch immer im Rollstuhl unterwegs sein soll, wenn sie wissen wen ich meine […]”

Siehe auch: Kapitulation und Kriegsende 1945: Das Geschenk der FreiheitDie Nazis und der 1. Mai: Homogenität statt Egalität, Die Nazis und der 1. Mai: Von Niedriglöhnen und dem Ende der Gewerkschaften, Analyse: Marktradikalismus und moderner Rechtsextremismus, Nach Angriff auf Gewerkschafter: Ermittlungen gegen 280 Neonazis, 1. Mai 2009: Tausende gehen gegen Neonazis auf die Straße, Dokumentation zum NPD-Verbot: Pastörs liefert weiteres Material und beleidigt Merkel und Schäuble

4 thoughts on “NPD marschiert am Tag der Befreiung / Überfall auf Gewerkschafter laut Neonazis “Presselüge”

  1. Die WAZ „lügt“ :-) gleich weiter, dass Mitglieder der NPD und DVU unter den Schlägern von Dortmund waren. Hier:

    http://www.derwesten.de/nachrichten/staedte/dortmund/2009/5/6/news-119071746/detail.html

    Ein Nazi hält es für möglich, dass die „ausländischen Mitbürger“ mit Krawall angefangen haben. Na also! Wahrscheinlich wollte die Nazis die Gewerkschafter doch nur küssen! Wozu denn sonst die Bewaffnung?

    Übrigens erklärte NPD-OB-Kandidat Axel Thieme, „dass er wegen dieser Nähe zu Gewalttätern [der DVU] zur NPD gewechselt sei“, so die WAZ. Häää ?? War wohl ein Eigentor….

  2. Interessant ist vor allen Dingen, dass schon am 28. in Internetforen Informationen die Runde machen, dass Neonazis für den 1. Mai etwas „spontanes“ in Dortmund vorhatten.

    http://forum.derwesten.de/viewtopic.php?p=721118#721118

    (Es geht in diesem Zusammenhang um das Verbot des Naziaufmarsches in Hannover)

    Zitat:
    „Und ein Vögelchen hat mir gezwitschert, dass es in Dortmund eine „Spontandemo“ oder Kundgebung der Nazis geben soll. . .“

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