1. Mai 2009: Tausende gehen gegen Neonazis auf die Straße

Nach Ausschreitungen bei einem Neonazi-Aufmarsch zum 1. Mai hat die Polizei in Dortmund etwa 200 Rechtsextremisten vorläufig festgenommen. Aus einer Gruppe von teilweise vermummten Demonstranten der rechten Szene seien Knallkörper und Steine geworfen worden, berichtete die Polizei nach einem Bericht von süddeutsche.de. Die Beamten seien sofort eingeschritten und hätten zwei größere Gruppen eingeschlossen. Es bestehe der dringende Tatverdacht des Landfriedensbruchs.

Der Westen berichtet, eine Gruppe von etwa 300 Neonazis habe die DGB-Kundgebung in Dortmund massiv angegriffen. Die Neonazis stürmten demnach auf die Teilnehmer, warfen Steine und wollten gezielt DGB-Teilnehmer treffen. Mehrere Polizisten sind verletzt worden. Derzeit sind die Neonazis eingekesselt.

In Mainz haben mehrere tausend Menschen einem Bericht der Mainzer Allgemeinen Zeitung einen Aufmarsch der rechtsextremen „Initiative Süd West“ verhindert. Seit den Vormittagsstunden hatten mehr als 2500 Gegendemonstranten alle Zugangsstraßen zum Mainzer Hauptbahnhof blockiert, von wo aus der Neonazi-Aufzug ab 12 Uhr durch die Stadt führen sollte. Wegen der massiven Präsenz linker Gegendemonstranten sagten die Rechtsextremen ihre Demonstration schließlich ab. Auch in Neubrandenburg hatten Neonazis ihren Aufmarsch abgesagt, da die Demo-Route „nicht akzeptabel“ sei.

In mehreren Städten gingen Zehntausende Menschen gegen Neonazis auf die Straße. In Hannover, wo ein großer Neonazi-Aufmarsch verboten worden war, nahmen weit mehr als 10.000 Menschen an einer Demonstration gegen Rechtsextremismus teil. Einige Quellen sprechen von bis zu 20.000 Teilnehmern. Einige Neonazis störten unterdessen eine 1.-Mai-Kundgebung in Rotenburg.

In Berlin kam es zu Ausschreitungen bei Protesten gegen eine Versammlung der NPD, auf der ein ehemaliges Mitglied der „Leibstandarte Adolf Hitler“ sprechen sollte. In Ulm nahmen nach einem Bericht des SWR rund 10.000 Menschen an einem „Tag für Demokratie und Toleranz“ teil. Auch hier kam es nach Medienberichten zu Ausschreitungen bei den Protesten gegen die Neonazis.

Siehe auch: Neonazi-Aufmarsch in Hannover bleibt verboten, 1. Mai nazifrei? Es liegt an Dir!, Die Nazis und der 1. Mai: Homogenität statt Egalität, Die Nazis und der 1. Mai: Von Niedriglöhnen und dem Ende der Gewerkschaften

9 thoughts on “1. Mai 2009: Tausende gehen gegen Neonazis auf die Straße

  1. Die Aktion der Nazis in Dortmund war schon seit mehreren Tagen geplant, und alles andere als spontan.

  2. Interessant, Pat. Ich glaube auch nicht, dass sich da 300 militante Rechtsextreme spontan überlegt haben, eine Demo zu überfallen. Hast du dazu Quellen, die das belegen?

Comments are closed.