Hakenkreuz auf Gebäude der Jüdischen Gemeinde Dessau gesprüht

Unbekannte Täter haben nach einem Bericht der Mitteldeutschen Zeitung am 27. April 2009 gegen 19 Uhr das Gebäude der Jüdischen Gemeinde in Dessau mit einem großen rotfarbenen Hakenkreuz besprüht. Mitarbeiter des Hauses entdeckten dem Bericht zufolge die Schmierereien am Morgen danach. Alexander Wassermann, Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde, sprach von einem „Bild der Schande und Empörung“. Die Schmiererei habe eine „neue Qualität“, weil sie nicht im Schutz der Dunkelheit geschehen sei. Nach Angaben der Gemeinde haben Überwachungskameras die Tat aufgezeichnet.

„Wir werden uns durch die Hakenkreuzschmiererei nicht einschüchtern lassen und stattdessen noch entschlossener für Weltoffenheit in unserer Stadt eintreten“, sagte auch Razak Minhel, Leiter des Multikulturellen Zentrums Dessau, dem Blatt zufolge. „Wir erklären uns mit der Jüdischen Gemeinde solidarisch und verurteilen die antisemitische Schändung scharf.“

Marco Steckel, Leiter der Beratungsstelle für Opfer rechter Gewalttaten, bezeichnete die Tat als „widerwärtig“. Im Jahr 2008 wurden in der Stelle 42 rechte Gewalttaten registriert, 60 Prozent davon in Dessau-Roßlau. „Insbesondere die Doppelstadt hat sich 2008 zu einem Zentrum rechter Gewalt in der Region Anhalt entwickelt.“

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