Zahl der Opfer rechtsextremer Gewalt in Niedersachsen deutlich angestiegen

Im vergangenen Jahr haben die Behörden in Niedersachsen knapp 1.800 rechtsextreme Straftaten registriert, darunter befinden sich 111 Gewalttaten. Das geht aus der Antwort der Landesregierung auf eine Anfrage der niedersächsischen Landtagsfraktion der Partei Die Linke hervor.

Von Kai Budler

Im Vergleich zum Vorjahr ist 2008 sowohl die Zahl der Straf- als auch der Gewalttaten leicht angestiegen. Die meisten Straftaten wurden im Bereich der Polizeidirektion Hannover verübt, es folgen die Gebiete der Polizeiinspektionen Salzgitter/ Peine/ Wolfenbüttel, Delmenhorst/ Oldenburg und Braunschweig.

Deutlich gestiegen ist die Zahl der Opfer von rechtsextremen Gewalttaten. Fielen im Jahr 2007 landesweit noch 40 Personen Gewaltdelikten zum Opfer, verzeichneten die Behörden im vergangenen Jahr mehr als vier mal so viele Opfer und Geschädigte. Obwohl die Zahl der Gewaltdelikte mit rechtsextremem Hintergrund leicht anstieg, wurden 30 Tatverdächtige weniger ermittelt als im Jahr zuvor.

Die innenpolitische Sprecherin der Linksfraktion im Landtag, Pia Zimmermann erklärte, Niedersachsen habe offenbar ein strukturelles rechtsextremes Problem. Besonders die Zahl der Opfer und Geschädigten sei ein Beleg dafür, dass die Neonaziszene immer brutaler agiere. Innenminister Uwe Schünemann müsse den Rechtsextremismus als ernstes Problem wahrnehmen und endlich handeln.

Siehe auch: Das war 2008: Mehr als 1000 Gewalttaten, 350 Waffenfunde und mindestens zwei Todesopfer, Hilfe nach Neonazi-Attacken: DAV-Stiftung contra Rechtsextremismus, Rechtsextreme Straftaten auf Rekordniveau, Brutalisierung als bundesweiter Trend