Offenbar Rechtsextremist als Jugendvertreter bei OPEL aufgeflogen

Nach einem Bericht von Antifaschisten aus Rüsselsheim hat es bis vor kurzem im Stammhaus des OPEL-Konzerns einen Neonazi in der gewählten Azubi-Vertretung gegeben. Er fiel zunächst durch Thor-Steinar-Klamotten, rechtsextreme Sprüche sowie Tattoos auf und soll sich bemüht haben, „eine gewisse rechte Dominanz“ unter seine Mit-Azubis bei OPEL zu bringen. Zudem war er auf einer Liste der IG Metall-Jugend in die Jugendvertretung (JAV) bei OPEL gewählt worden.

Von Hans-Christoph Stoodt, ANK Frankfurt, für NPD-BLOG.INFO

Einige Zeit kursierten bereits Gerüchte über den Azubi. Diese wurden nicht zuletzt auch durch die Beobachtung gefüttert, dass der Rechtsextremist auf einer privaten Homepage Rechtsrock-Bands als Lieblingsmusikgruppen angegeben hatte. Das Ganze wurde garniert mit rechtsextremen Parolen („Ein Volk, ein Reich, ein …“). Auf einer JAV-Versammlung wies er zwar die Vorwürfe theatralisch zurück, aber die Indizien waren eindeutig.

Als sich die Lokalpresse des Falles annahm, wurden auch Betriebsrat und Vertrauenskörperleitung bei OPEL aktiv und stellten den jungen Mann zur Rede. Er wurde darauf hingewiesen, dass entsprechend geltender Betriebsvereinbarungen keinerlei rechtsextremistische Aktivitäten geduldet würden. Der Azubi schwor daraufhin seiner Gesinnung ab – was auch immer das genau bedeutet. Antifaschisten vor Ort und in der Region forderten dennoch seinen Ausschluss aus IG Metall und JAV.

Die neonazistische Gesinnung des Jugendvertreters wurde auch von den „Jungen Nationaldemokraten“ in Frankfurt thematisiert. Auf ihrem frischgebackenen Blog „Block F – Die Nationale Jugendbewegung in Frankfurt am Main“ hetzen sie gegen den Autor dieses Artikels, der als Sprecher der Frankfurter Anti-Nazi-Koordination tätig und von Beruf evangelischer Pfarrer ist. Denn die Anti-Nazi-Koordination hatte auf ihrem Blog und einer linken Mailing-Liste des Rhein-Main-Gebiets über den Vorfall berichtet. Mit ihrer Hetze belegen die JN Frankfurt deutlich, dass sie ihren „Kameraden“ als Antisemiten und Neonazi schätzen. Sie schreiben (Orthographie und Interpunktion wie im Original):

„Unser lieber Pfarrer Hans hat es nämlich gar nicht gern wenn junge Deutsche sich gegen kapitalistische Ausbeutung und Globalisierung, gewerkschaftlich Organisieren! So ein Recht ist einem Goi, der nicht sofort wegen jedem Scheiß den Bückling macht, in Hans wirrer Denkweise, abzusprechen! … Lieber Hans, Du versuchst Menschen einer politischen Minderheit aus Universitäten und Gewerkschaften auszuschließen, vorderst offen Gesinnungshaft und organisierst Blockaden gegen Angemeldete Demonstrationen. Was kommt noch? Das Gelbe Winkelelement auf der linken Brust, damit man deine unliebsamen Nazis schon von Weitem sieht und sie gar nicht mehr in Unis, Kinos, Busse oder Gewerkschaften rein läßt.“

Noch einen Schritt weiter geht eine Kommentatorin dieses Elaborats, die meinte: „Vielleicht brauch der Hans auch einfach nur etwas Aufmerksamkeit, das kennt man ja auch zu gut von Rednern dieser Sorte. … Oder vielleicht braucht er doch eine Behandlung. Wir haben da eine schöne Eiche für Volksspalter im Garten. Zu dem bösen Nazi, am 2. Mai sind die Gewerkschaftshäuser sowieso wieder uns“ – und nimmt damit eindeutig bezug durch den nazifaschistischen Sturm auf die Gewerkschaftshäuser am 2. Mai 1933.

Siehe auch: Kevin S. erneut angeklagt, Video von NPD-Aufmarsch: Daniel Cohn-Bendit “an die Wand stellen”, Hessen: Ex-”Volksfront-Medien”-Macher aus Nazi-Szene ausgestiegenHessen-NPD marschiert: “Cohn-Bendit an die Wand stellen”, Nordhessische NPD schenkt aus