“Anti-Rassismus”-Konferenz: Eklat nach antisemitischer Hetzrede von Ahmadinedschad

Bei der UN-„Anti-Rassismus“-Konferenz ist es wie bereits befürchtet zum Eklat gekommen. Irans Präsident Ahmadinedschad, der immer wieder den Holocaust leugnet und zur Zerstörung Israels aufruft, hat einmal mehr eine antisemitische Hetzrede gehalten. Viele Delegierte, darunter Vertreter von EU-Staaten, verließen laut tagesschau.de aus Protest das Plenum.

Laut UN-Watch schlug Ahamdinedschad vor, Rassismus als Ursache für die US-Invasionen im Irak und in Afghanistan zu sehen. Der Rassismus unterstütze zudem das „Zionisten-Regime“, welches rassistisch und grausam sei.

UN-Generalsekretär Ban verurteilte die Rede laut tagesschau.de scharf: „Das ist das Gegenteil dessen, was diese Konferenz erreichen will. … Ich verurteile, dass der iranische Präsident diese Plattform dazu genutzt hat, Schuldzuweisungen zu machen, zu spalten und aufzuhetzen.“ Die UN- Hochkommissarin für Menschenrechte, Navi Pillay, wies die Anschuldigungen Ahmadinedschads ebenfalls zurück. Aus Protest gegen die Ahmadinedschad-Rede brach die tschechische Vertretung ihre Teilnahme in Genf ab. Massive Kritik kam auch von Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy. Er verurteile „diese Hassrede vollständig“, erklärte Sarkozy dem Bericht zufolge. Er forderte die EU zu einer „Reaktion von äußerster Entschlossenheit“ auf. Ahmadinedschad rufe zum „Rassenhass“ auf und verhöhne die Ideale und Werte, die in der universellen Erklärung der Menschenrechte festgeschrieben seien.

Botschafter abberufen

Zuvor war Ahmadinedschad vom Schweizer Präsidenten Hans-Rudolf Merz empfangen worden. Israels Premierminister Benjamin Netanjahu dankte den Staaten, die die Teilnahme an der Konferenz abgesagt hatten. „In der Shoah wurden sechs Millionen unseres Volkes abgeschlachtet. Leider haben nicht alle die Lehren daraus gezogen. Während wir Ihrer gedenken, tritt in der Schweiz eine Konferenz zusammen, die sich quasi gegen den Rassismus wendet. Der Ehrengast dort ist ein Rassist, der die Shoah verleugnet, der keinen Hehl aus seiner Absicht macht, Israel auslöschen zu wollen. Ich ziehe den Hut vor den Staaten, die ihre Teilnahme an dieser Parade des Hasses verweigern.“

Hintergründe zu Durban II auf UN Watch und dem Blog von UN Watch. Twitter zu Durban. Interview zu dem Konflikt. Vorläufiges Abschlussdokument von Durban II.

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