Attacke auf Fotografen: Neonazi Hasselbach muss ins Gefängnis

Wegen „rechtsradikal motivierter Straftaten“ wie Volksverhetzung, Verwendung verfassungsrechtlicher Kennzeichen und Beleidigungen war der Münchner Philipp Hasselbach bereits verurteilt worden, unter anderem auch zu eine Freiheitsstrafe von zwei Jahren auf Bewährung. Nun hat das Amtsgericht den Neonazi wegen Sachbeschädigung zu drei Monaten Haft ohne Bewährung verurteilt.

„Irgendwie auf das Obejktiv draufgekommen“

Nach Angaben der Abendzeitung hatte Hasselbach zugegeben, dass er am 26. Juli 2008 „irgendwie auf das Objektiv des Fotografen B. draufgekommen“ sei. Der hatte bei der Beerdigung des Neonazi-Führers Friedhelm Busse den Trauerzug auf dem Passauer Friedhof aufgenommen. Die Vorfälle rund um die Beerdigung Busses sollen auch ein mögliches Motiv für den Anschlag auf den damaligen Einsatzleiter und Passauer Polizeichef Alois Mannichl gewesen sein.

Hasselbach gab dem Bericht zufolge später noch zu, dass er gezielt auf das Objektiv Bezlers getreten sei, weil der den Trauerzug fotografierte. Der Fotograf wurde derweil von einer 30-köpfigen Gruppe getreten. Erst einem Polizisten gelang es mit Pfefferspray den Journalisten rauszuholen. „Man hat mir unter anderem Rippen gebrochen, die Schürfwunde am Bauch habe ich bis heute“, so Bezler.

19-jähriger Neonazi verurteilt

Zu einem Jahr Bewährungsstrafe war zuvor bereits ein 19-Jähriger verurteilt worden. Auch er hatte in Passau bei dem Begräbnis des Nazis Friedhelm Busse im Juli 2008 auf einen Journalisten eingetreten. Der Angeklagte hatte zur Tatzeit der NPD angehört und will sich mittlerweile von der rechten Szene distanziert haben.

Anklage gegen Wulff

Zudem wurde gegen den Hamburger Neonazi Thomas Wulff Mitte Dezember Anklage erhoben. Wulff hatte dem verstorbenen Altnazi eine verbotene Hakenkreuzfahne auf den Sarg gelegt und muss nun einen Prozess wegen der Verwendung von Kennzeichen verbotener Organisationen erwarten.

Täter-Opfer-Umkehr mit der NPD

Die NPD hatte nach den Vorfällen in Busse von Presselügen geschrieben. In einer aufgewühlten Mitteilung drohte NPD-Bundesvorstand Frank Schwerdt sogar selbst mit Anzeigen  ”wegen Körperverletzung und Nötigung gegen den angeblich nach der Beerdigung angegriffenen ‘Journalisten’”. Schwerdt bezeichnete den Pressevertreter als “Hetzer”, der “offensichtlich Randale wollte”.

Siehe auch: Passau: 300 Neonazis demonstrieren gegen “Polizei-Willkür”Überfall auf Polizeichef: Was heißt hier eigentlich Qualität?, Die “Freien Nationalisten München” und die NPD, Völkische Familienpolitik: “Freie Nationalisten” unterstützen Abtreibungsgegner, Anschlag auf Polizei-Chef: NPD distanziert sich, aber…, Kommentar: Düsseldorf, Mügeln, Passau – NPD-Verbot jetzt?, Lesetipp: Die rechtsextreme Szene in München, Angriff auf Journalisten bei Busse-Beerdigung: Bewährungsstrafe für Neonazi, Rangliste von Reporter ohne Grenzen: Rüge wegen Neonazi-Angriffe auf Journalisten, Wahlkampf in Bayern: Betrunkene NPD-Anhänger bepöbeln Passanten, “Neonazis geraten außer Kontrolle”, Bayern: Hakenkreuzfahne aus Grab sichergestellt, Gewalt bei Busse-Beerdigung: NPD spricht von Presselügen

4 thoughts on “Attacke auf Fotografen: Neonazi Hasselbach muss ins Gefängnis

  1. „irgendwie auf das Objektiv des Fotografen B. draufgekommen”

    Weiter unten:
    auf das Objektiv Bezlers getreten sei,

    Wenn seine Identität geschützt werden sollte durch die Abkürzung, dann auch bitte das zweite mal seinen Namen abkürzen und danach meinen Post löschen (damit der Name dann nicht in meinem Kommentar drunter steht ;=))

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