NPD offenbar nicht mehr zahlungsfähig / NPD-Chef Voigt soll Geld für Geliebte “verwendet” haben

Die NPD ist nach Angaben des Funktionärs Stefan Köster nicht mehr zahlungsfähig. Laut einem Bericht der der „Jungen Freiheit“ sagte Köster, der den offenbar fehlerhaften Rechenschaftsbericht für das Jahr 2007 mit zu verantworten hat, beim Sonderparteitag in Berlin, es gebe so gut wie keine Spender und Darlehensgeber mehr. „Wir sind als Bundespartei nicht mehr zahlungsfähig“, so Köster den Angaben zufolge. Er warf Voigt demnach zudem vor, Parteigelder nicht – wie bereits berichtet – für eine Sekretärin, sondern für eine „private Liebschaft“ verwendet zu haben.

Holger Apfel warf Voigt dem Bericht zufolge vor, Leute wie Jürgen Rieger oder der Vertreter der radikalen „freien Kräfte“, Thomas Wulff, stünden für einen „unglaublichen Niveauverfall in der NPD“. Rieger und Wulff wurden bei dem Parteitag in den Bundesvorstand der Partei gewählt. Voigt konnte sich gegen seinen Herausforderer Udo Pastörs durchsetzen. Daraufhin zogen sich mehrere einflussreiche Funktionäre aus der Parteispitze zurück.

„Sächsischer Weg“

Die Machtkämpfe gehen unterdessen weiter. Die sächsischen NPD-Landtagsabgeordneten Apfel und Jürgen Gansel, die nicht mehr für den Bundesvorstand der Partei kandidiert hatten, wollen künftig “ohne Last der Zugehörigkeit zum Parteivorstand […] in kritischer Loyalität zum neugewählten Vorstand stehen und deutlicher als früher auf Fehlentwicklungen in der Partei hinweisen”.

In einer Erklärung heißt es weiter, die sächsischen NPDler wollten – offenbar im Gegensatz zum Bundesvorstand, der von offen neonazistischen Kräften dominiert wird – “der ganzen Partei bei den Kommunal- und Landtagswahlen die Erfolgsträchtigkeit des „sächsischen Weges“ […] beweisen”. Damit sollen “alle politikfähigen nationalen Kräfte auch über Sachsen hinaus” angesprochen werden. Dieser “sächsische Weg” stehe für einen “gegenwartsbezogenen und volksnahen Nationalismus, der die soziale Frage in der Mittelpunkt der Programmatik stellt und der sich von unpolitischer Nostalgiepflege, ziellosem Verbalradikalismus und pubertärem Provokationsgehabe abgrenzt”. Apfel und Gansel erteilten Spekulationen, dass “sächsische Abgeordnete und Funktionäre zum Bündnispartner DVU wechseln wollten, eine klare Absage”.

Siehe auch: NPD-Sonderparteitag – Polizeischutz für Journalisten, NPD-Sonderparteitag: Anmerkungen vom Geschmeiß, NPD-Machtkampf geht weiter: Apfel und Gansel auf dem “sächsischen Weg”, Sonderparteitag: Voigt setzt “seinen” NPD-Bundesvorstand durch, Sonderparteitag: Voigt setzt auf die ganz braune Karte / NPD bricht Vertrag mit Bezirksamt, NPD-Parteitag: Drohungen und Debatten auf “unterstem Niveau”, Voigts Vorstandsliste: NPD auf Radikalisierungskurs, Eine Fotoreportage von Holger Kulick bei Mut gegen rechte Gewalt.

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