Mein Leben – Marcel Reich-Ranicki

Marcel Reich-Ranicki kommt 1920 als Sohn deutsch-polnischer jüdischer Eltern zur Welt und wächst in Wloclawek in Polen auf. Das Abitur macht er in Berlin, wohin er mit den Eltern umsiedelt. Der aus Polen zugezogene Gymnasiast kennt die deutsche Literatur binnen kurzer Zeit besser als seine Mitschüler.

Zum Studium wird er wegen der Rassengesetze nicht mehr zugelassen. Als polnischer Jude wird er 1938 nach Polen deportiert und zwei Jahre später ins Warschauer Ghetto umgesiedelt. Hier lernt er unter unmenschlichen Zuständen die Liebe seines Lebens kennen. Gemeinsam stellen sie sich einem unvorstellbaren Überlebenskampf. Der Hochzeitstag mit Theophila, genannt „Tosia“, fällt mit dem Beginn der brutalen Räumung des Ghettos zusammen. Reich-Ranickis Eltern, sein Bruder und Tosias Mutter kommen in den Vernichtungslagern ums Leben.

Im Februar 1943 gelingt dem jungen Paar – wie nur sehr wenigen – die Flucht aus dem Ghetto in den Warschauer Untergrund. Ein polnischer Schriftsetzer nimmt sich ihrer an und versteckt die Hilfesuchenden, bis die sowjetische Armee das Land befreit. Reich-Ranicki tritt der Kommunistischen Partei Polens bei und arbeitet von 1948 bis 1949 zugleich für den polnischen Geheimdienst und als Konsul der Republik Polen in London.

In den 50er Jahren entschließt sich das Ehepaar Reich-Ranicki zu einem ungewöhnlichen Schritt: Sie gehen in die Bundesrepublik Deutschland. Trotz all dem durch Deutsche erfahrenen Leid hat Marcel Reich-Ranicki die Liebe zur deutschen Sprache und Literatur bewahrt und sein Leben in den Dienst der Literatur gestellt.

Der Film wird am 15. April in der ARD ausgestrahlt (bei ARD.de auch viele weitere Informationen zu dem Film), bereits am 10. April 2009 lief er auf Arte. Auf Arte+7 kann der Film zurzeit online angeschaut werden.

Siehe auch: Vom Ursprung deutschen Reichtums: Die Schaeffler AG, Ermittlungen gegen Ex-Angehörige der “Sonderbrigade Dirlewanger”, The Nazis and the “Final Solution” (Episode 5/5), The Nazis and the “Final Solution” (Episode 4/5), The Nazis and the “Final Solution” (Episode 3/5), The Nazis and the “Final Solution” (Episode 2/5), The Nazis and the “Final Solution” (Episode 1/5), Ausstellung: Züge in den Tod, Erinnerungspolitik: Kunst vs Pädagogik?, “Verstehen, was Menschen zu Tätern werden lässt”, “Geschichtspornografie” im ZDF: “Ein bisschen Nazi spielen”, Täterforschung im globalen Kontext: Blick auf moralische Umformatierung richten, Fundstück: Reichspogromnacht antisemitisch?, Auschwitz auf der Bühne, Auschwitz: Das präzedenzlose Verbrechen