Neonazi-”Spontandemo” endet mit Geldstrafe

Der Wilhelmshavener Neonazi Manuel Wojtczak ist nach einem Bericht von Recherche Nord zu einer Geldstrafe von 90 Tagessätzen à 15 Euro verurteilt worden. Grund: ein unangemeldeter Fackelaufmarsch durch die ostfriesische Kleinstadt Esens. Das Amtsgericht Wittmund sah es dem Bericht zufolge als erwiesen an, dass der Kopf der Kameradschaft „AG Wiking Willehlsmhaven“ auch die Veranstaltung federführend organisiert hatte.

Bereits seit Jahren versuchten Neonazis aus den Reihen der „Aktionsgruppe Wiking“ die alliierten Bombenangriffe auf Esens für ihre propagandistischen Zwecke zu nutzen, so RN. In den letzten Jahren war es Neonazis zudem problemlos möglich, an der offiziellen Gedenkveranstaltung auf dem Friedhof teilzunehmen. Erst 2008 entschlossen sich laut RN die Organisatoren, das Gedenken in eine Kirche zu verlegen und durch das Hausrecht die Neonazis von der Veranstaltung auszuschließen. Der Plan ging auf – bis zum Abend, an dem ca. 20 Angehörige der „AG-Wiking“ mit Fackeln und Transparenten durch die Stadt liefen.

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Als Rädelsführer wurde der 27-jährige Wojtczak ausgemacht. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der NPD-Kandidat für die Landtagswahl 2008 seinen Kameraden am Nachmittag noch per Telefonrundruf Bescheid gegeben hatte. Auch vor Ort, als bereits Polizeikräfte eingetroffen waren, soll er mit den Worten „Fackeln an, dann marschieren wir noch einmal durch die Innenstadt“ eine führende Rolle in der Versammlung gespielt haben. Wojtczaks Ausführungen, nach denen der Aufmarsch „spontan“ durchgeführt worden sein soll, schenkte das Gericht demnach keinen Glauben.

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