Neonazis um NPD-Funktionär Wulff wollen in Pinneberg aufmarschieren

Neonazis um den NPD-Funktionär Thomas Wulff haben für den 06. Juni 2009 einen Marsch durch die Schleswig-Holsteinische Stadt Pinneberg angemeldet. Unter dem Motto „Unser Signal gegen Überfremdung“ wollen sie damit erstmals einen so genannten „Tag der deutschen Zukunft“ veranstalten. Erklärtes Ziel sei es, künftig jedes Jahr in einer anderen norddeutschen Stadt einen solchen Marsch zu veranstalten, berichtet die Pinneberger Zeitung.

Bisher liege dem Kreis Pinneberg laut Sprecher Marc Trampe eine Anmeldung rechtsextremer Kräfte vor. Die Versammlungsbehörde müsse nun entschieden, ob die Kundgebung wie angemeldet erlaubt werden könne, ob eine Genehmigung nur unter strengen Auflagen erfolge oder ob ein Verbot ausgesprochen werden müsse. Trampe gegenüber dem Blatt: „Wir halten engen Kontakt mit der Polizei, warten auf eine entsprechende Gefährdungsanalyse.“

Anmelder der Demo soll nach Informationen der Pinneberger Zeitung der Neonazi Thomas Wulff sein, Gründer des sogenannten Aktionsbüros Norddeutschland und NPD-Mitglied. Er werbe in einschlägigen Internet-Foren damit, dass die Veranstaltung „ein Signal gegen Überfremdung“ setzen solle. Angeblich erwartet Wulff in Pinneberg 250 Gesinnungsgenossen einmal quer durch die gesamte Stadt ziehen wollen. Die Neonazis wollen zudem zahlreiche Informationsstände in der Pinneberger Fußgängerzone aufstellen.

Inzwischen hat die Jüdische Gemeinde Pinneberg Stadt und Kreis aufgefordert, „alle Möglichkeiten auszuschöpfen, um eine solche Veranstaltung zu verhindern“. Im Juni 2008 wurde die Gemeinde Ziel von antisemitischen Attacken. Nach einem Steinwurf gegen das Gemeindehaus, bei dem eine Fensterscheibe zerstört worden war, klingelte das Telefon im Gemeindebüro. “Es war genau 11.55 Uhr”, berichtet Wolfgang Seibert von der Gemeinde. “Der Stimme nach war es ein junger Mann. Er brüllte ins Telefon: Sowas kann öfter passieren, ihr habt keine Ruhe. Sieg Heil.”

Wulff will offenbar wieder vermehrt in Norddeutschland auftreten. Im Januar 2009 wurde er auf die Landesliste der NPD für die Bundestagswahl gewählt. Die NPD schrieb zu dem geplanten Wahlkampf: “Mit Unterstützung aller Parteimitglieder und vieler freier Kräfte geht bei uns im Norden eine geschlossene und schlagkräftige Truppe in den bevorstehenden Bundestagswahlkampf, die sich auch ohne Unterstützung der gleichgeschalteten Massenmedien und trotz Anfeindungen der BRD-Gutmenschen durch einen aktiven Wahlkampf Gehör verschaffen wird.” Wie diese schlagkräftige Truppe aussieht, konnte man nach der Kommunalwahl in Kiel bestaunen.

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