Übersicht der Verbote gegen rechtsextreme Vereine seit 1992

In den 1990iger Jahren und nach der Jahrtausendwende sind zahlreiche rechtsextreme Vereine verboten worden. Die Wirkung ist umstritten. Die Neonazis waren zwischenzeitlich organisatorisch geschwächt, entwickelten aber neue Konzepte, die zum Erfolgsmodell wurden: die „Freien Kameradschaften“. Dies sind Organisationen ohne organisatorischen Rahmen, die niedrigschwellige Angebote bieten.

Allerdings braucht die rechtsextreme Bewegung auch feste Organisationen, besonders für größere Veranstaltung und besonders für die Akquise von Geld. So war das 2008 verbotene  „Collegium Humanum“ als gemeinnützig anerkannt – öffentlich subventionierte Holocaust-Leugner sozusagen. Die FDP äußerte den Verdacht, auch die jetzt verbotene HDJ sei als gemeinnützig anerkannt gewesen.

1992: “Nationalistische Front”, “Deutsche Alternative”, “Deutsche Kameradschaft Wilhelmshaven” (Niedersachsen),”Nationale Offensive”
1993: “Nationaler Block” (Bayern), “Heimattreue Vereinigung Deutschlands” (Baden-Württemberg), “Freundeskreis Freiheit für Deutschland” (Nordrhein-Westfalen)
1994: “Wiking Jugend”
1995: “Freiheitliche Deutsche Arbeiterpartei” (FAP), “Nationale Liste Hamburg” (Hamburg), “Direkte Aktion/Mitteldeutschland” (Brandenburg)
1996: “Skinheads Allgäu” (Bayern)
1997: “Kameradschaft Oberhavel” (Brandenburg)
1998: “Heide-Heim” Hamburg und Buchholz
2000: “Hamburger Sturm”, “Blood and Honour” sowie die Jugendorganisation “White Youth”
2001: “Skinhead Sächsische Schweiz” (SSS) (Sachsen)
2004: “Fränkische Aktionsfront” (Bayern)
2005: “Kameradschaft Tor”, “Mädelgruppe”, “Berliner Alternative Süd-Ost” (Berlin), “Kameradschaft Hauptvolk” inklusive Untergliederung, “Sturm 27″ (Brandenburg), “ANSDAPO” (Brandenburg)
2006: “Schutzbund Deutschland” (Brandenburg)
2007: “Sturm 34″ (Sachsen)
2008: “Collegium Humanum”, “Bauernhilfe e.V.”, “Verein zur Rehabilitierung der wegen Bestreitens des Holocaust Verfolgten (VRBHV)”
2009: „Heimattreue Deutsche Jugend“

2 thoughts on “Übersicht der Verbote gegen rechtsextreme Vereine seit 1992

Comments are closed.