Lesetipp: Die rechtsextreme Szene in München

Die „braunen Szene“ gerate in München nur dann ins öffentliche Bewusstsein, wenn Spektakuläres geschieht: Wenn, wie 2001, ein Grieche von Neonazis lebensgefährlich verprügelt wird; wenn die Pläne für einen Bombenanschlag auf die Baustelle der Synagoge auffliegen, 2003 war das; oder wenn, wie im vergangenen Dezember, der Passauer Polizeichef von einem Messerstecher verletzt wird und anfangs eine Spur an die Isar zu führen scheint. Nach solchen Ereignissen redet alle Welt über die rechte Gefahr, Politiker und Ermittler überbieten sich mit Warnungen, und man fragt sich, ob München schon unterwandert ist von Anhängern einer menschenverachtenden Ideologie.

„Ist es nicht“, meint die Süddeutsche Zeitung zurecht. Und dennoch, heißt es weiter: Es geschehe eine ganze Menge, auch in München, was im Alltag kaum auffalle und sich in kleinen Zeitungsmeldungen verstecke. Die Neonazis agierten zunehmend provokant und dreist, beschreibt die SZ treffend: Die Neonazis randalieren beim Israel-Fest auf dem Odeonsplatz oder treffen sich auf dem Westfriedhof am Grab von SA-Chef Ernst Röhm. Die Bürgerinitiative Ausländerstopp wählt das Oktoberfest als Ort ihrer Gründung, ihr Stadtrat deutet bei der Vereidigung den Hitlergruß an. Und die NPD will die Synagoge mit Schuhen bewerfen.

Ein lesenswerter Bericht bei süddeutsche.de, abseits von Aktionismus und Hysterie.

Siehe auch: Prävention und Koordination: Allianz gegen Rechtsextremismus gegründet, Rechtsextremismus in den Medien: Keine Extrawurst für die NPD, Vor 85 Jahren: Adolf Hitler vor Gericht, Angriff auf Journalisten bei Busse-Beerdigung: Bewährungsstrafe für Neonazi, Fall Mannichl: Neonazi-Ehepaar wird freigelassen, Die “Freien Nationalisten München” und die NPD, Bayern: “Unterstützung der Zivilgesellschaft? Fehlanzeige!”Bayern: Prozess gegen bereits verurteilten Kriegsverbrecher,Bayern: Ermittlungen wegen Sitzblockade gegen NPD-AufmarschBayern: Abtreibungsgegner heißen “Freie Nationalisten” zum Mitbeten willkommenWahlkampf in Bayern: Betrunkene NPD-Anhänger bepöbeln PassantenHuber fordert Verantwortung – und verharmlost den RechtsextremismusWeiß-brauner Himmel über Bayern,Bayern: Männer dominieren NPD-Listen, sind aber kaum zu erreichen

3 thoughts on “Lesetipp: Die rechtsextreme Szene in München

  1. Die Grenze von einfachem „Deutschsein“ und Rechtsradikaler Gesinnung verläuft nun mal leider fließend.Und für den Aussenstehenden ist es daher oft schwierig zu unterscheiden.

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