Prozess gegen NPD-Spitze wegen Volksverhetzung

Am 24. März 2009 beginnt vor dem Amtsgericht Tiergarten der Prozess gegen drei hochrangige NPD-Funktionäre. Es geht dabei um den so genannten WM-Planer der NPD, mit dem die Partei für ihre völkische Propaganda werben wollte. “Weiß – mehr als eine Trikotfarbe” texteten die Rechtsextremisten – und zielten damit auf schwarze Nationalspieler ab, die nach völkischer Denkart in der deutschen Nationalmannschaft nichts zu suchen haben. Damit sprang die Partei auf eine Kampagne gegen Ex-Nationalspieler Gerald Asamoah auf, die bereits von anderen Neonazis betrieben worden war. Das Motto der Rassisten vom “Schutzbund Deutschland” auf einem Plakat mit einer Abbildung von Asamoah lautete: “Nein Gerald, Du bist nicht Deutschland – Du bist BRD!?”. Nach der Androhung juristischer Konsequenzen wurde das Foto Asamoahs durch wechselnde Karikaturen von ihm ersetzt.

Der damals bei Werder Bremen spielende und in Hamburg geborene Owomoyela erwirkte im April 2006 eine einstweilige Verfügung gegen das NPD-Papier, die Polizei beschlagnahmte 70.000 Exemplare. Owomoyela und der Deutsche Fußball-Bund (DFB) stellten außerdem Strafanzeige. Die NPD brachte trotzdem eine zweite Variante des WM-Planers heraus, in der nach Ansicht der Ermittler ebenfalls gegen dunkelhäutige Nationalspieler gehetzt werde. Nun müssen NPD-Chef Udo Voigt sowie zwei weitere hochrangige Funktionäre wegen Volksverhetzung vor Gericht. Die Staatsanwaltschaft hatte bereits im März 2008 Anklage erhoben.

Siehe auch: WM-Planer: Anklage gegen NPD-Chef erhoben, WM 2006: Die Welt zu Gast bei Feinden?

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