Prävention und Koordination: Allianz gegen Rechtsextremismus gegründet

Städte und Gemeinden im Norden Bayerns wollen mit einer Allianz gegen Rechtsextremismus Neonazi-Gruppen zurückdrängen. Durch den Zusammenschluss sollen künftig Proteste gegen Neonazi-Aufmärsche effektiver koordiniert werden, sagte der Leiter des Nürnberger Menschenrechtsbüros, Hans Hesselmann. Man hoffe, dass sich dank des neu geschaffenen interkommunalen Netzwerks noch mehr Menschen den Nazis bei Aktionen in den Weg stellten, so Simone Richter vom Bayerischen Bündnis für Toleranz im oberfränkischen Bad Alexandersbad.

Zudem sollen intensive Öffentlichkeitsarbeit, Runde Tische in den Gemeinden, außerschulische Jugendbildung und Kontakte mit der regionalen Wirtschaft sollen verhindern, „dass braunes Gedankengut in die Köpfe der Menschen gelangt“, sagte Hesselmann. Denn gefährlicher als die Neonazi-Aufmärsche seien die Rechtsextremen im bürgerlichen Anzug. Der Allianz gehören 134 Kommunen in der Metropolregion Nürnberg an.

Agieren statt reagieren

Den Initiatoren geht es laut br vor allem um Prävention. Die Gemeinden sollten nicht nur reagieren, wenn Neonazis Aufmärsche anmelden. Sie sollten vielmehr präventiv Jugendliche vor rassistischem Gedankengut schützen. Für Herbst sei beispielsweise geplant, alle Schulleiter der Region einzuladen, um sie gegen Rassismus an Schulen zu sensibilisieren.

Siehe auch: München & Berlin: Koordination gegen RechtsextremismusBeobachtungsstelle nach EU-Vorbild gefordert, UN-Experten kritisieren mangelhafte Maßnahmen gegen Rassismus, Handreichung für Gemeinden zum Umgang mit Rechtsextremismus, Handreichung: Die Rechtsextremisten sagen…, Tipps für den Umgang mit rechtsextremen Anmietungsversuchen, Berlin: “Kampf um die Rathäuser”, Tipps für Wirte: Wie schützen gegen Nazi-Mieter?, Die NPD: Eine Handreichung zu Programm, Struktur, Personal und Hintergründen