Übersicht: Verbote von rechtsextremen Vereinen

Laut einer Studie des Kriminologen Christian Pfeiffer ist jeder 20. Neuntklässler in einer rechtsextremen Kameradschaft organisiert. Eine Zahl, die Fragen aufwirft. Das Konzept der Freien Kameradschaften war eine Reaktion auf das Verbot diverer Neonazi-Organisationen.

Zurzeit wird wahrscheinlich ein Verbot des Vereins „Heimattreue Deutsche Jugend“ (HDJ) geprüft, keine Kameradschaft, sondern eine Jugendorganisation und Kaderschmiede. Seit 1992 wurden in der Bundesrepublik mehr als 20 rechtsextreme Vereine verboten. Grundlage: Artikel 9, Absatz 2 des Grundgesetzes in Verbindung mit dem Vereinsgesetz.

Eine Übersicht (Quellen: Wikipedia, blick nach rechts, Nachrichtenagentur ddp)

1992: „Nationalistische Front“, „Deutsche Alternative“, „Deutsche Kameradschaft Wilhelmshaven“ (Niedersachsen),“Nationale Offensive“
1993: „Nationaler Block“ (Bayern), „Heimattreue Vereinigung Deutschlands“ (Baden-Württemberg), „Freundeskreis Freiheit für Deutschland“ (Nordrhein-Westfalen)
1994: „Wiking Jugend“
1995: „Freiheitliche Deutsche Arbeiterpartei“ (FAP), „Nationale Liste Hamburg“ (Hamburg), „Direkte Aktion/Mitteldeutschland“ (Brandenburg)
1996: „Skinheads Allgäu“ (Bayern)
1997: „Kameradschaft Oberhavel“ (Brandenburg)
1998: „Heide-Heim“ Hamburg und Buchholz
2000: „Hamburger Sturm“, „Blood and Honour“ sowie die Jugendorganisation „White Youth“
2001: „Skinhead Sächsische Schweiz“ (SSS) (Sachsen)
2004: „Fränkische Aktionsfront“ (Bayern)
2005: „Kameradschaft Tor“, „Mädelgruppe“, „Berliner Alternative Süd-Ost“ (Berlin), „Kameradschaft Hauptvolk“ inklusive Untergliederung, „Sturm 27“ (Brandenburg), „ANSDAPO“ (Brandenburg)
2006: „Schutzbund Deutschland“ (Brandenburg)
2007: „Sturm 34“ (Sachsen)
2008: „Collegium Humanum“, „Bauernhilfe e.V.“, „Verein zur Rehabilitierung der wegen Bestreitens des Holocaust Verfolgten (VRBHV)“

Siehe auch: Verfassungsrichter warnt vor NPD-Verbot auf “kalten Wege”