NPD und Konsorten streben “Die Rechte” an – Name allerdings bereits vergeben

In rechtsextremen Kreisen ist zurzeit die Idee einer neuen Sammlungsbewegung unter dem Titel „Die Rechte“ ziemlich populär. Sozusagen als Gegenstück zur Linkspartei, deren Erfolge man auch kopieren möchte. Sowohl bei der maroden NPD als auch der DVU werden offen Überlegungen in diese Richtung getätigt, auch in den einschlägigen Internet-Foren zeichnet sich eine Spaltung zwischen einer neonazistischen Rieger/Voigt-NPD sowie einer komplett neurechten Partei „Die Rechte“ ab. Allerdings kommen die Rechtsextremisten zu spät. Die Partei „Die Rechte“ gibt es schon.

Möglicherweise werden Molau und Co. aber an die Kleinstpartei herantreten. Immerhin heißt es dort in bekannter Opfermanier: „Namen wie Nolte, Jenninger, Walser, Hohmann oder Günzel zeigen deutlich, dass sich diese Republik schleichend auf dem Weg in eine Meinungs-Diktatur befindet, also auf einem Weg hin zu Denk- und Sprechverboten.“

Zu der NPD grenzt sich „Die Rechte“ allerdings deutlich ab: „Rechtes Denken hat soviel und sowenig mit dem antisemitischen Nazitum zu tun, wie die heutige Linke nichts mit dem Gulag der Kommunisten zu tun haben will. Der historische Bruch mit diesen Entartungen ist bei jeder Debatte über nationale Identität unantastbar.“

„Entartete Nazis“? Es gibt wirklich nichts, was es nicht gibt. Damit will „Die Rechte“ auf jeden Fall nichts zu tun haben. Daher heißt es zu NPD und Konsorten: „Die NPD kennt heute z.B. in ihrer geschichtspolitischen Dogmatik keinen legitimierten Widerstand gegen das verbrecherische Nazi-Regime. So verhöhnt die heutige NPD die Namen des Widerstandes vom 20. Juli 1944 als „Verräter“. Sie stilisiert den Führer gegen den Aufstand um Stauffenberg zum Helden und organisiert jährlich martialische Gedenkmärsche für den Hitler-Stellvertreter Rudolf Heß. Das hat mit „Rechts“ nichts mehr zu tun!“ Genau, das nennt man nämlich rechtsextrem.

Dank an Birgt für den Hinweis!

Siehe auch: NPD-Kader auf dem Weg zu “Die Rechte”?

6 thoughts on “NPD und Konsorten streben “Die Rechte” an – Name allerdings bereits vergeben

  1. IMO soll sich die parlamentarische Rechte in Deutschland ruhig selbst marginalisieren weil sie wirklich glaubt sie könnte den erfolg der Linkspartei nacharmen. Dieser basiert bekanntlich einzig auf einem Platten Populismus, welcher auch der extremen Rechten seit jeher nicht unbekannt ist. Zum Erfolg hat er ihr jedoch bisher kaum verholfen.

    Mit einer Spaltung der NPD würde sich das Problem der parlamentarisch vertretenen Nazis von selbst erledigen. Eine, wie auch immer geartete, „demokratische“ Rechte würde zwischen dem Rechten Rand der CDU und der eher „Nationalsozialistisch“ orientierten Restpartei aufgerieben werden. Das zeigt bereits die Entwicklung der DVU. Auch von der, für die jetzige NPD zumindest in Teilen erfolgreiche, Strategie der ständigen Provokation müsste sich eine „Rechte“ verabschieden. Damit verliert sie aber ihre einzige Option den politischen Diskurs zumindest entfernt zu beeinflussen.

    Das Schicksal der radikalisierten NPD dagegen liegt klar auf der Hand. Sollte kein schnelles Verbot erfolgen wird sie vermutlich bald von den Resten der Kameradschaftszene und ANs übernommen die über sie ihre Fantasien von der „Machtergreifung“ ausleben wollen.

    Für die rechten Wähler stünde dann also eine Grundsatzentscheidung an. Selbst bei einer für eine der Parteien günstigen Verteilung von 80 zu 20% der Wähler ist ein Wiedereinzug in die meisten Parlamente eher unwahrscheinlich.

  2. „Dieser basiert bekanntlich einzig auf einem Platten Populismus“

    Ach, ist das „bekanntlich“ so? Bitte setz dich zumindest etwas mit dem linken Diskurs auseinander, bevor du sowas schreibst. Nicht alles, was Links der SPD ist, ist zwangsläufig „Populismus“, da die SPD mit ihrem „Pragmatismus“ letztlich sämtliche Ideale über Bord geworfen hat.

    Sorry für’s Abweichen vom Thema, aber diesen platten Populismus gegen die Linke kann man so nicht stehen lassen.

    Um wieder auf die NPD zurückzukommen:
    Die Frage ist, ob wenn Roland Koch zur „Rechten“ übertreten würde, er in Hessen ähnliche Ergebnisse erzielen könnte, als Oskar Lafontaine es für die LINKE im Saarland kann. Ich fürchte: ja.

    Der Wahlkampf im Saarland zeigt recht deutlich, dass die Menschen sowohl Personen- als auch Parteiorientiert wählen. Die größte Befürchtung wäre also, dass es den Rechtsextremenen gelingen könnte, ein gefährliches Personenpotential zu entwickeln – und das halte ich für unwahrscheinlich, da die rechtsextremen Parteien sich politisch so stark isoliert haben, dass Übertritte von bekannten Politikern anderer Parteien ausgesprochen unwahrscheinlich sind.

  3. Der Vorwurf des Populismus bezog sich auf Forderungen wie „Casinos schließen!“ oder die unsägliche Auftritte des „großen Vorsitzenden“ Lafontaine. Meine ablehnende Haltung zu solchen populistischen Forderungen, ebenso wie der Warnung vor den bösen Heuschrecken die unsere Volkswirtschaft bedrohen, entstammen einem linken Diskurs.

    Sicher könnte jemand wie Koch auch für eine „die Rechte“ Wahlsiege erringen. Eben diese Übertritte sind für sie aber nicht erreichbar. Denn sie kann also den entscheidenden Schritt auf den rechten Rand der CDU nicht machen um sich eine neue Wählerschicht zu erschließen. Denn es ist ihr unmöglich sich moderater als die Heutige NPD zu positionieren. Allein ein deutliches Bekenntnis zur Kriegsschuld Deutschlands (die selbst Koch wohl kaum bestreiten würde) würde die Partei zerreißen. Gleichzeitig bricht aber ihr „Stammpersonal“ weg den Aktivisten aus Reihen der „Freien Kräfte“ stehen dieser „bürgerlichen“ Partei wohl kaum mehr zur Verfügung.

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