NPD-Chef Voigt wirft NPD-Generalsekretär Marx “kaum zu überbietene Hinterfotzigkeit” vor

NPD-Chef Udo Voigt hat im Parteiorgan „Deutsche Stimme“ seinem ehemaligen Vertrauten Peter Marx eine „kaum zu überbietene Hinterfotzigkeit“ vorgeworfen. „Bei mir verdichtet sich der Eindruck, daß der Rücktritt von Andreas Molau im letzten Jahr Teil einer abgekarteten Aktion des noch amtierenden Generalsekretärs Peter Marx ist“, so Voigt. Eigentlich müsste der Generalsekretär „die rechte Hand des Parteivorsitzenden sein“, so Voigt weiter.

Zu dem Skandal um den mittlerweile verurteilten Ex-Schatzmeister Erwin Kemna erklärte Voigt, es werde zurzeit „unter meiner Führung“ eine neue Finanzbuchhaltung aufgebaut. Die Untersuchungskommission werde „mit vollen Kräften bei ihrer Arbeit unterstützt“. Außerdem konnte die NPD offenbar die Anteile von Kemna am DS-Verlag sichern: „In enger Zusammenarbeit mit der Rechtsabteilung und meinem Stellvertreter Jürgen Rieger gelang es mir, Erwin Kemna noch vor seiner Inhaftierung dazu zu bringen, ein notarielles Schuldanerkenntnis in Höhe von 395.000 Euro zu unterzeichnen. Hierdurch erwirken wir Titel auf vorhandenes und zum Teil beschlagnahmtes Vermögen. Seine privaten Anteile am DS-Verlag in Höhe von 105.000 Euro konnten für die NPD sichergestellt werden. Er trat durch seine Erklärung beim Notar als Geschäftsführer der DS zurück.“

Auch Andreas Molau kam er in der NPD-Zeitung zu Wort, das Blatt wurde gedruckt, bevor Molau seinen Rückzug (und möglichen Übertritt zur DVU) verkündete. Zur Außendarstellung der Partei sagte Molau offen:

„Natürlich ist der Inhalt Grundvoraussetzung für unsere Arbeit, aber wir müssen begreifen, daß es nicht nur auf die richtige Weltanschauung ankommt. Gelegentlich sollte man auch über die »ansprechende« Verpackung unseres zeitlosen nationalistischen Inhalts nachdenken. Wir sind ja keine bolschewistischen Berufsrevolutionäre, die gegen das Volk eine neue Ordnung der Dinge einführen wollen. Wahre Revolutionäre bewegen sich im Volk wie Fische im Wasser. Deshalb ist es auch nicht ehrenrührig, wenn man daran erinnert, daß der Köder dem Fisch bzw. Wähler gefallen muß und nicht dem Angler. Und es ist auch kein Gesinnungsverrat, wenn man sich vor laufenden Fernsehkameras lobende Worte über das Dritte Reich verkneift und Nostalgiepflege auf den Kameradschaftsabend verschiebt.“

Und er schlägt noch einmal in die selbe Kerbe: „Wir müssen uns nach außen stärker disziplinieren und auch bei Meinungsverschiedenheiten ein Mindestmaß an Kameradschaft pflegen. Wenn ich eine Rücknahme von wählerverschreckenden Verbalradikalismen, ein volksnahes Auftreten bei Demos und einen Gegenwartsbezug des Nationalismus fordere, ist das kein Verrat an Idealen, ich kratze damit in keiner Weise unsere nationalistischen Ideale an, sondern mache sie damit massenattraktiv. Grundlage ist unser Programm, und ich werfe weder Eckart Bräuninger noch Udo Voigt oder sonstwem vor, sie würden nicht zu unseren Grundsätzen stehen. So etwas überdies öffentlich zu tun, ist unkameradschaftlich und fördert die Spaltung.“

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