Ex-NPD-Bundesvorstand Molau tritt in die DVU ein

Nach dem Rückzug von NPD-Funktionär Andreas Molau als Kandidat für das Amt des Parteivorsitzenden war bereits über die politische Zukunft des Ex-Waldorflehrers spekuliert worden. Nun ist klar: Molau schließt sich der DVU an. Dies berichten zwei rechtsextremistische Internet-Seiten unter Bezug auf unterschiedliche Quellen, auch ein Gastautor von NPD-BLOG.INFO bestätigte die Informationen mittlerweile. Damit setzt die DVU ihre Erneuerung fort, während die NPD einen  Funktionär verliert, der die Öffentlichkeitsstrategie der Neonazi-Partei zumindest halbwegs glaubwürdig transportieren konnte. Viele hat diese Partei nicht davon. Molau bleibt allerdings wohl auch NPD-Mitglied, doch soll er seinen Posten als Pressesprecher der NPD-Fraktion in MVP aufgeben.

Molau wollte Parteichef Udo Voigt herausfordern, hinter dem Ex-Waldorflehrer standen einflussreiche NPD-Funktionäre. Doch dieser Rückhalt erwies sich als wenig belastbar, falls das Ganze nicht ohnehin eine Finte war. Molau stürzte in wenigen Wochen vom Hoffnungsträger der Partei zum Bauernopfer von internen Machtspielchen ab. Ende Februar schrieb Molau auf meine Frage, ob er sich noch eine Zusammenarbeit mit der NPD-Spitze vorstellen könne oder ob er sich von der NPD abwende: „Kann ich noch nicht sagen.“

Siehe auch: NPD und Waldorfschule: Über eine Zusammenarbeit, die nicht publik werden durfte, NPD-Chef Voigt wirft NPD-Generalsekretär Marx “kaum zu überbietene Hinterfotzigkeit” vor, NPD steht vor der Pleite – und manövriert sich möglicherweise weiter ins finanzielle Nirvana, Von Versagern, Eierköpfen und Intriganten: Kandidatencheck mit Ex-NPD-Chef Deckert, NPD-Landtagsabgeordneter verkauft offenbar Waffen über Bürgerbüro, “Judenrepublik, Krummnase und türkische Samenkanonen”: Ermittlungen gegen NPD-Funktionär Pastörs