Ausschreitungen rund ums Spiel FC St. Pauli vs Hansa Rostock

Wie bereits befürchtet hat es rund um das Zweitligaspiel zwischen dem FC St. Pauli und Hansa Rostock Ausschreitungen gegeben. Vor dem Spiel waren es vor allem Hansa-Fans, die bereits bei der Ankunft in Hamburg äußerst aggressiv auftraten und andere Personen angriffen. Auch in der U-Bahn kam es laut Augenzeugenberichten zu Schlägereien. Unter den Hansa-Fans befanden sich auch Rechtsextremisten (bevor jemand fragt: Ja, ich urteile nach deren Aussehen. Nein, ich habe nicht jeden gefragt, ob er die NPD schnaffte findet. Vor dem Stadion setzte die Polizei Wasserwerfer gegen Rostocker Fans ein, da diese mit Flaschen geworfen hatten und das Dach eines Supermarktes stürmten (warum auch immer). Ein durchgeknallter St. Pauli-Fan bedrohte einen Hansa-Fan zudem mit einer Gaspistole.

Im Stadion fielen die Rostocker vor allem durch einen beeindruckenden Support auf, allerdings garniert mit dümmlichen „Hooligan“-Gegröhle und etwas viel Feuerwerk. Sah aber schick aus und hat möglicherweise das Spiel gedreht. Beim Stand von 2:0 für die eigene Mannschaft so eine Show abzuziehen, ist vielleicht nicht ganz schlau.

Nach dem Spiel waren es vor allem St. Pauli-Fans bzw. linke Street-Fighter, die sich nahe des Millerntors eine Straßenschlacht mit der Polizei lieferten. Die Polizei setzte nach eigenen Angaben immer wieder Wasserwerfer ein, zwei Stunden nach dem Spiel beruhigte sich die Situation offenbar wieder. Schleierhaft bleibt weiterhin, warum die DFL dieses Spiel auf einen Freitagabend gelegt hat, die Verantwortlichen bei Vereinen und Polizei hätten den Sonntagnachmittag bevorzugt.

Berichte über die Krawalle und über das unfassbare Spiel, welches St. Pauli mit 3:2 (0:2) gewann, gibts bei YouTube.

Fazit: Nicht viel Neues. Bei Hansa gibt es weiterhin Neonazis – wer das Gegenteil behauptet, kann ich leider nicht ernst nehmen, ich habe mir die Jungs angeschaut. Wenn das keine Neonazis sind, weiß ich nicht, wer überhaupt Neonazi sein soll. Aber, bevor jetzt wieder ein Aufschrei aus Rostock ertönt: Nein, nicht alle Hansa-Fans sind Nazis, die meisten sind selbstverständlich keine. Bei St. Pauli gibt es ebenfalls ein gehöriges Gewaltpotenzial, was aber auch keine Neuigkeit ist. Schon in den 1990iger Jahren gab es immer mal wieder Schlägereien nach St. Pauli-Spielen, vor allem gegen Gegner wie Hertha BSC oder eben Hansa Rostock. Möglicherweise kommt es in der kommenden Saison aber nicht mehr zu dieser Partie, da Hansa sich freundlicherweise in die 3. Liga verabschieden könnte. Schade wäre das nicht.

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