Ausstellung: Züge in den Tod

Zur Zeit des Zweiten Weltkrieges wurden auch von Hamburg aus Menschen in die östlichen Konzentrationslager deportiert – nach Minsk, Theresienstadt, Belzec und Auschwitz. Kaum jemand weiß jedoch, von wo aus die Züge gestartet sind, die Tausende von Norddeutschen in den sicheren Tod fuhren. Wo heute ein trostloser Parkplatz, eine Rasenfläche und vereinzelt Bäume, begrenzt durch das Gelände einer Speditionsfirma, zu sehen sind, schickten die Hamburger Behörden 20 Transportzüge mit mindestens 7.962 Menschen vom Hannoverschen Bahnhof aus in Gettos und Konzentrationslager.

Am 16. Februar hat Hamburgs Erster Bürgermeister Ole von Beust die Ausstellung „In den Tod geschickt“ eröffnet. Das Kunsthaus Hamburg zeigt die erste gemeinsame Dokumentation der Deportationen von Juden, Roma und Sinti aus Hamburg von 1940 bis 1945. Der damalige Hannoversche Bahnhof liegt nur circa fünf Gehminuten vom Kunsthaus Hamburg entfernt. Inzwischen ist er zerstört – 1955 wurde sein letzter Teil gesprengt.

Ein ausführlicher Bericht sowie eine Bilderstrecke der Ausstellung bei NDR Kultur.

Weitere Informationen: Erinnerungspolitik: Kunst vs Pädagogik?, “Verstehen, was Menschen zu Tätern werden lässt”, “Geschichtspornografie” im ZDF: “Ein bisschen Nazi spielen”, Täterforschung im globalen Kontext: Blick auf moralische Umformatierung richten, Fundstück: Reichspogromnacht antisemitisch?, Auschwitz auf der Bühne, Auschwitz: Das präzedenzlose Verbrechen