Prozess gegen Mahler: Richter entzieht Holocaust-Leugner das Wort

Mit dem abrupten Entzug des letzen Wortes durch den vorsitzenden Richter ist am 04. März 2009 am Landgericht Potsdam die Fortsetzung des vorerst letzten Prozesses gegen den bereits mehrfach verurteilten Holocaustleugner Horst Mahler zu Ende gegangen.

Von Maurice Reisinger

Unter den rund 30 aus ganz Deutschland angereisten Anhängern Mahlers brandete Applaus auf, als der Angeklagte, der seit seiner Verurteilung zu sechs Jahren Haft durch das Landgerich München in Untersuchungshaft sitzt, in Handschellen von zwei Sicherheitsbeamten in den Gerichtssaal geführt wurde. Während der rund zweistündigen Verhandlung nannte Horst Mahler die Nürnberger Prozesse als „Völkerrechtsverbrechen“, bezeichnete deren Urteile für null und nichtig und die „Geschichte vom Gaskammermord an der Judenheit“, als eine „große Lüge“.

Nach wiederholter Holocaustleugnung dieser und anderer Art, fortwährendem Abweichen von eigentlichen Thema sowie der Bezeichnung des Gerichts als „Vollstrecker des feindlichen Willens“, beschloss der vorsitzende Richter, dem Angeklagten wegen Missachtung das Wort zu entziehen.

Fortgesetzt wird der Prozesses am Landgericht Potsdam am kommenden Freitag. Möglicherweise ist dann auch schon mit einer weiteren Verurteilung Horst Mahlers zu rechnen. Der Staatsanwalt fordert eine Haftstrafe von vier Jahren und neun Monaten.

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