Rechte Straftaten steigen in Sachsen-Anhalt um 30 Prozent

In Sachsen-Anhalt wurde am 02.03.2009 von Innenminister Hövelmann (SPD) die gestiegene Zahl rechter Straftaten 2008 vorgestellt. Demnach stiegen die rechtsextremen Straftaten um 30 Prozent auf 1.761 Fälle. Bei den rechten Gewalttaten wurde ein Anstieg von 22 Prozent auf 121 Fälle verzeichnet, darunter ein Tötungsdelikt. Die Mobile Beratung für Opfer rechter Gewalt in Sachsen-Anhalt stellt dagegen eine Steigerung auf 151 rechte Gewalttaten fest und zeigte sich gegenüber den offiziellen Zahlen kritisch. Auch bei den rechten Tötungsdelikten erfasste die Opferberatungsstelle mehr als der Staatsschutz. Dieser zählt nur einen jungen Mann, der nach einem Diskobesuch in Magdeburg getötet wurde. Als rechtes Delikt müsse aus Sicht der Opferberatung auch die Tötung eines Obdachlosen in Dessau-Roßlau durch zwei Neonazis gewertet werden. Ein drittes Verbrechen, bei dem in Bernburg ein junger Mann erstochen wurde, gelte zumindest als „Verdachtsfall“.

Rechte Aktivitäten steigen an

Die Zahl rechtsextremer Aktivitäten stieg 2008 deutlich. So wurde ein Sprung von angemeldeten Mahnwachen, Kundgebungen und Demonstrationen von 37 auf 58 verzeichnet. Laut Hövelmann dominierten die rechten Straftaten mit 79,2 Prozent die Statistik «sehr deutlich».

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