Holocaust-Leugner Williamson: “Nicht-Historiker” mit alten “Beweisen”

Der Bischof Richard Williamson hat sich in einer Erklärung für seine Aussagen zum Holocaust entschuldigt und beteuert, dass es sich dabei nur um die Meinung eines Nicht-Historikers gehandelt habe. Das berichtet die katholische Nachrichtenseite zenit aus Italien. Williamson hatte vor rund vier Monaten behauptet, dass es für die Existenz von Gaskammern keine historische Evidenz gebe.

zenit veröffentlichte eine Erklärung von Williamson in einer eigenen Übersetzung. Darin sucht man allerdings vergeblich nach einer Richtigstellung seiner Aussagen zum Holocaust. Viel mehr heißt es:

Der Heilige Vater und mein Oberer, Bischof Bernard Fellay, haben mich ersucht, die Bemerkungen, die ich vor vier Monaten gegenüber dem schwedischen Fernsehen gemacht habe, neu zu überdenke, da deren Folgen sehr schwerwiegend gewesen sind.

In Anbetracht dieser Folgen kann ich wahrheitsgemäß sagen, dass es mir leid tut, diese Bemerkungen gemacht zu haben, und dass ich sie nicht gemacht hätte, wenn ich im Vorhinein um den ganzen Schaden und den Schmerz gewusst hätte, die diese verursachen würden, besonders der Kirche, aber ebenso den Überlebenden und den Verwandten der Opfer der Ungerechtigkeit unter dem Dritten Reich.

Im schwedischen Fernsehen habe ich nur die Meinung (… „Ich glaube“, … „Ich glaube“…) eines Nicht-Historikers geäußert, eine Meinung, die sich vor 20 Jahren auf Grundlage der damals verfügbaren Beweise herausgebildet hat und seither selten in der Öffentlichkeit geäußert worden ist. Nichtsdestoweniger haben mich die Ereignisse der letzten Wochen und der Rat von älteren Mitgliedern der Bruderschaft des hl. Pius X. von meiner Verantwortung für die verursachten großen Schwierigkeiten überzeugt. Ich bitte alle, die sich aufgrund meiner Worte aufrichtig entrüstet haben, vor Gott um Vergebung.

„Beweise“? Vor allem tut es Williamson offenbar leid, viel Ärger verursacht zu haben. In der Sache zieht er die Aussagen allerdings nicht zurück. Immerhin räumt er ein, dass er offenbar keine Ahnung von der Materie hat.

Siehe auch: Holocaust-Leugner Williamson soll Argentinien verlassen, Anzeige von Ex-NPD-Chef gegen den Papst abgewiesen, Der Papst und der Holocaust-Leugner: Merkel fordert Klarstellung, Erinnerungspolitik: Kunst vs Pädagogik?, Die NPD und der Holocaust: Relativieren statt leugnen“Geschichtspornografie” im ZDF: “Ein bisschen Nazi spielen”, Täterforschung im globalen Kontext: Blick auf moralische Umformatierung richten, Etwa 35 Neonazis bei antisemitischer NPD-”Mahnwache”, Von der “mitteldeutschen Volksfront” bzw. der “Volksfront von Mitteldeutschland”