Haftbefehl gegen Neonazi wegen Überfall auf Gewerkschafter

Gegen den mutmaßlichen Haupttäter des Neonazi-Überfalls auf Gewerkschafter ist Haftbefehl erlassen worden. Es bestehe der dringende Tatverdacht der gefährlichen Körperverletzung und des besonders schweren Falls des Landfriedensbruchs, sagte Oberstaatsanwalt Ralf Mohrmann laut Medienberichten in Gera. Der 32-jährige Neonazi stammt demnach aus Thüringen, lebt aber seit einiger Zeit im Saarland.

Auf der Rückreise von einem Aufmarsch Rechtsextremer in Dresden soll er an einer Raststätte nahe Jena gemeinsam mit anderen einem Gegendemonstranten schwere Verletzungen zugefügt haben. So soll der Tatverdächtige dem Opfer ins Gesicht getreten haben. Zudem werde ein 44-Jähriger aus Dillingen verdächtigt, an dem Überfall beteiligt gewesen zu sein, sagte der Oberstaatsanwalt den Berichten zufolge. Gegen ihn bestehe jedoch kein dringender Tatverdacht. Die Polizei habe die Wohnungen beider Männer im Saarland durchsucht. Dabei seien Kleidung und Schuhe als potenzielle Beweismittel sichergestellt worden.

Ob die Tatverdächtigen Mitglieder der rechtsextremen NPD sind, konnte Mohrmann zunächst nicht sagen. Bereits in der vergangenen Woche war ein Haftbefehl gegen einen am Überfall beteiligten Neonazi aus Schweden erlassen worden.

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