Zahl der antisemitischen Vorfälle in Dänemark stark gestiegen

In Dänemark ist die Zahl der antisemitischen Vorfälle laut Berlingske Tidende stark angestiegen. Allein im Januar 2009 hat das Dokumentations und Ratgeberzentrum dem Bericht zufolge 20 Meldungen registriert. Dies sei mehr als im gesamten Jahr 2008. Niels-Erik Hansen, Chef des Zentrums, sagte dem Blatt, der Anstieg stehe in Zusammenhang mit dem Krieg in Nahost. Dieses Phänomen sei bereits in früheren Jahren zu beobachten gewesen.

Die rechtsradikale Dansk Folkeparti (Dänische Volkspartei) forderte dem Bericht zufolge rasche Maßnahmen. Unter anderem soll in den Schulen mehr über die jüdische Geschichte und Kultur gelehrt werden. Bildungsminister Bertel Haarder von der Venstre (Linke, allerdings nicht mit der Linkspartei in Deutschland zu vergleichen), reagierte positiv auf den Vorschlag. Das Problem sei ernst, so Haarder laut BT.

„Problem nicht unterschätzen“

Auch in Deutschland gab es vor allem rund um sogenannte Friedensdemonstrationen antisemitische Vorfälle. Grünen-Chef Cem Özdemir warnte in diesem Zusammenhang davor, antisemitische Tendenzen bei Muslimen in Deutschland als Problem zu unterschätzen. „Die Vertreter der muslimischen Verbände müssen klare Kante zeigen und betonen: Wer sich gegen Juden stellt und wer sich gegen das Existenzrecht Israels stellt, der kann nicht Bündnis- oder Gesprächspartner sein“, sagte der Parteichef der „Frankfurter Rundschau„. Man müsse leider zur Kenntnis nehmen, „dass es antisemitische Denkweisen nicht nur am rechten Rand oder bei linken sogenannten Anti-Imperialisten gibt, sondern auch in der muslimischen Community – insbesondere bei männlichen arabischen, türkischen und kurdischen Jugendlichen“.

Laut einer Studie im Auftrag des Bundesinnenministeriums aus dem Jahr 2007 tendieren muslimische Schüler überdurchschnittlich stark zu antisemitischen Vorurteilen. Von 500 befragten jungen, in Deutschland aufgewachsenen Muslimen stimmten 15,7 Prozent dem Satz zu: Menschen jüdischen Glaubens sind überheblich und geldgierig. Die Zustimmung zu diesem Vorurteil war damit doppelt so hoch wie bei anderen Einwanderer-Jugendlichen und fast dreimal so hoch wie in der originär deutschen Altersgruppe.

Broschüre: „Die Juden sind schuld“

Am 23. Februar 2009 diskutieren in Berlin unter anderem Özdemir sowie die Expertin Claudia Dantschke sowie Annetta Kahane von der Amadeu-Antonio-Stiftung über Antisemitismus in der Einwanderungsgesellschaft am Beispiel muslimisch sozialisierter Milieus. Dabei wird die Broschüre „Die Juden sind schuld“ vorgestellt. Direktlink zur Veranstaltung und hier bei Facebook.

Siehe auch: Alarmruf gegen den globalisierten Antisemitismus, “Die Juden sind schuld”, DER KRIEG GEGEN DIE JUDEN – Warum sich die globale Öffentlichkeit in der ökonomischen Krise gegen Israel wendet

2 thoughts on “Zahl der antisemitischen Vorfälle in Dänemark stark gestiegen

  1. In Dänemark wird die Tagespolitik von der Dansk Folkeparti bestimmt.
    Nicht in der Regierung aber als Mehrheitsbeschaffer einer Minderheitsregierug bestehend aus Venstre und konservative.
    Der Wahlspruch der DF ist: Auslaender raus! Dänemark den Dänen.

    Meine bitte an alle: Kein Urlaub in Dänemark! Die Dänen sehen Ausländer am liebsten wenn sie wieder verschwinden…

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