Produktion von Nazi-Rock: Dänemark liefert Neonazis aus

Zwei Neonazis sollen laut redok am 24. Februar 2009 von Dänemark nach Deutschland ausgeliefert. Sie sollen wegen Volksverhetzung, Gewaltdarstellung und der Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung angeklagt werden. Die Staatsanwaltschaft Frankfurt/Main hatte im August vergangenen Jahres einen Auslieferungsantrag gestellt, der nun vom dänischen Obersten Gerichtshof bestätigt wurde.

Bei den beiden Beschuldigten handelt es sich um den 33-jährigen dänischen Staatsbürger Flemming C. sowie den gleichaltrigen Deutschen Stephan G.. C. gilt als führender Kopf der dänischen Sektion des internationalen Neonazi-Netzwerks „Blood & Honour“. G. betrieb von Dänemark aus das deutschsprachige Internetportal „Nordisches Hilfswerk“. Nach eigenen Angaben sei er schon mit 14 bis 15 Jahren in Deutschland „zur ‚rechten Szene‘ gekommen“, so redok. G. hielt sich demnach seit etwa acht Jahren zunächst in Schweden und zuletzt in Dänemark auf.

Verbindungen in den NPD-Vorstand

Beide waren im August 2008 bei einer Razzia festgenommen worden, die auf Ersuchen des deutschen Bundeskriminalamts und der Staatsanwaltschaft Frankfurt/Main in Dänemark und Finnland durchgeführt wurde. Den beiden Festgenommenen wird vorgeworfen, mehrere Jahre lang als Verantwortliche des rechtsextremen Musikversands „Celtic Moon“ illegale Tonträger wie „Kommando Freisler – Geheime Reichssache“ finanziert, deren Produktion in Auftrag gegeben und sie anschließend vertrieben zu haben. Geschäftliche Verbindungen hatten die beiden Neonazis demnach auch zum NPD-Vorstandsmitglied Thorsten Heise, dessen Anwesen in Thüringen im Oktober 2007 von der Polizei durchsucht worden war und der nun wegen der dabei gefundenen Waffen angeklagt wird.

In der Wohnung des Dänen hatte die Polizei tausende CDs und DVDs mit antisemitischen und den Holocaust leugnenden Texten beschlagnahmt. Die deutschen Behörden hatten im Juni einen Europäischen Haftbefehl erlassen sowie die Auslieferung von Dänemark beantragt. Nachdem der dänische Justizminister zugestimmt hatte, wurde der Auslieferungsbeschluss von zwei Gerichtsinstanzen bestätigt. Der Widerspruch gegen die Gerichtsentscheidungen wurde nun vom Obersten Gerichtshof zurückgewiesen, wie die Online-Ausgabe der dänischen Berlingske Tidende demnach berichtete. Die Auslieferung soll laut dem Anwalt von Christiansen am 23. Februar 2009 erfolgen, hieß es weiter.

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