Holocaust-Leugner Williamson soll Argentinien verlassen

Argentinien hat den Piusbruder und Holocaust-Leugner Richard Williamson ultimativ aufgefordert, das Land zu verlassen. Der britische Geistliche müsse innerhalb von zehn Tagen ausreisen, sonst werde er ausgewiesen, teilte das argentinische Innenministerium laut einem Bericht von tagesschau.de mit. Als Begründung für die Ausweisung nannte Innenminister Florencio Randazzo demnach die Leugnung der Shoa durch Williamson. Dadurch habe er „die Argentinier, das jüdische Volk und die ganze Menschheit“ beleidigt.

Außerdem gebe es „Unregelmäßigkeiten“ in seinen Aufenthaltspapieren. Der Brite habe habe die wirklichen Gründe für seinen Aufenthalt verschwiegen und angegeben, er arbeite für eine Nichtregierungsorganisation. Williamson war wegen seiner Leugnung des Holocausts erst vor zehn Tagen die Leitung des Priesterseminars der traditionalistischen Pius-Bruderschaft im argentinischen La Reja entzogen worden. Dort hatte er seit 2003 Priester ausgebildet. Ein Mitglied derBruderschaft teilte telefonisch mit, der Geistliche halte sich noch immer in Argentinien auf.

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