Überfall nach “Trauermarsch”: Offenbar NPD-Funktionäre unter den Tatverdächtigen

Bei dem Überfall auf eine DGB-Reisegruppen sind nach Angaben von Mut gegen rechte Gewalt auch NPD-Funktionäre anwesend gewesen. Den Bus habe nach Erkenntnissen des Verfassungsschutz im Saarland ein Rechtsextremist aus Rheinland-Pfalz in Pirmasens angemietet, insgesamt drei Busse seien von ihm geordert worden, heißt es. Zwei kamen laut MGRG aus Pirmasens, einen weiteren mietete der Unternehmer im Saarländischen Homburg hinzu. Darin saßen demnach die 41 tatverdächtigen Neonazis. Zwölf von ihnen stammen aus dem Saarland, neun davon sind polizeilich bereits bekannt. Sechs von ihnen sollen der NPD angehören, drei davon seien Kommunalwahlkandidaten. Dies berichtete der Leiter des saarländischen Vergfassungsschutz, Dr. Helmut Albert, bei einer Podiumsdiskussion der Liberalen Stiftung Saar e.V. über Rechtsextremismus, bei der auch die MUT-Redaktion vertreten war.

Der Polizei unterlief nach der Tat eine Fahndungspanne. Sie kontrollierte zwar 15 Minuten später die Pässe der Mitreisenden im Bus mit den Neonazis, ließ ihn aber weiterfahren, weil sie davon ausging, es sei nur eine „einfache Körperverletzung“ passiert und niemand im Krankenhaus. Ein peinlicher Irrtum.  Erst tags darauf wurde eine Sonderkomission gegründet. Sie ermittelt nun wegen schweren Landfriedensbruchs sowie gefährlicher Körperverletzung. Im Visier sind die 41 Insassen des am Tatabend gestellten Busses mit Neonazis aus Hessen, dem Saarland und Rheinland-Pfalz sowie aus Schweden. Weil sie keinen deutschen Wohnsitz haben, werden drei der Schweden aus dem Bus per Haftbefehl gesucht.

Siehe auch: “Trauermarsch” in Dresden: Weitere Reisegruppe von Neonazis angegriffen, Nach Aufmarsch in Dresden: Neonazis greifen DGB-Reisegruppe an, Neonazi-Aufmarsch in Dresden: Angriff auf Journalisten, Trauern als Strategie, “Trauermarsch in Dresden” – Relativierung der Verbrechen des “Dritten Reiches”, Dresden: Wenn der Bürger mit dem Nazi…