Neonazi-Aufmarsch in Dresden: Angriff auf Journalisten

In Dresden sin am 13. und 14. Februar 2009 tausende Rechtsextremisten aufmarschiert. Anlass war der 64. Jahrestag der Bombardierung Dresdens im Jahr 1945. Diese Bilder hat „Recherche Ost“ freundlicherweise zur Verfügung gestellt. Recherche Ost sowie Recherche Nord bieten umfangreiches Bildmaterial an, nicht nur vom Aufmarsch in Dresden, sondern auch von anderen Neonazi-Aktivitäten. Für eine Großansicht bitte auf die Bilder klicken.

Recherche-Ost berichtete unterdessen, es habe erneut Angriffe auf Journalisten gegeben. Am 13. Februar bedrohten demnach drei Dresdner Neonazis einen Fotografen. Sie umstellten ihn, rempelten ihn an und versuchten ihm die Kamera zu entreißen. Im Anschluss behinderten sie den Fotografen massiv in seiner Arbeit. Nur durch Polizeischutz konnte der Journalist den Heidefriedhof schliesslich verlassen.

Auch am Abend des 13. Februar kam es den Angaben zufolge im Zuge der Neonazi-Demonstration zu diversen Angriffen und Behinderungen seitens der Neonazis. Immer wieder schubsten Neonazis Fotografen und Kameramänner. Sie versuchten mehrfach Journalisten gewaltsam abzudrängen. Schliesslich musste ein Kamerateam sogar zum Schutz vor den Neonazis fluchtartig die Demonstration verlassen.

Am 14. Februar versuchten mehrere Ordner der Demonstration der „Jungen Landsmannschaft Ostdeutschland e.V.“ (JLO) gewaltsam gegen antifaschistische Gegendemonstranten am Dresdner Hauptbahnhof vorzugehen. Während die Polizei eine direkte Konfrontation verhinderte, griffen die Neonazis stattdessen mehrere Journalisten an und zerstörten Fototechnik. Obwohl die Journalisten teilweise mit Schlägen ins Gesicht angegriffen wurden, gab es bisher keine bekanntgewordenen Verletzungen.

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NPD-Funktionäre Holger Apfel und Peter Marx (Foto: Recherche-Ost)

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Holger Apfel bei seiner Rede (Foto: Recherche-Ost)

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„Good night, left side!“ (Foto: Recherche-Ost)

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Neonazi-Marsch am 14. Februar 2009 in Dresden (Foto: Recherche-Ost)

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Die JLO organisierte den Aufmarsch am 14. Februar 2009 (Foto: Recherche-Ost)

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Neonazis mit schwarzen Fahnen (Foto: Recherche-Ost)

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Reichsadler mit Dynamo-Dresden-Wappen (Foto: Recherche-Ost)

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Neonazi-Aufmarsch am 13. Februar 2009 (Foto: Recherche-Ost)

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Udo Voigt, Andreas Molau, DVU-Chef Faust (Foto: Recherche-Ost)

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Jürgen Gansel, NPD-Landtagsabgeordneter in Sachsen

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NPD-Funktionäre aus Mecklenburg-Vorpommern 

Siehe auch: Marsch in alte Zeiten, Trauern als Strategie, “Trauermarsch in Dresden” – Relativierung der Verbrechen des “Dritten Reiches”, Dresden: Wenn der Bürger mit dem Nazi…Sachsen: Extremismus der Mitte, Dresden victims and German manipulation, Historikerkommission weist bislang 18.000 Tote durch Bombardierung Dresdens nach, Interne Broschüre nicht gelesen? Die NPD und die “Kriegsschuldlüge”, Gedenken in Dresden: Rechtsextreme vergraulen jüdische Gemeinde, NPD in den Landtagen: Der Unterschied zwischen auf- und durchdrehen

Zu Attacken auf Journalisten: Nach Angriff auf Journalisten: NPD hetzt weiter, UN-Menschenrechtsrat: Berlin muss Fragen zum Rechtsextremismus beantworten, Angriff auf Journalisten bei Busse-Beerdigung: Bewährungsstrafe für Neonazi, Angriff auf Journalistin: HDJ-Führer Räbiger zu Geldstrafe verurteilt, Dokumentation: Gewalt gegen die “Judenpresse”, Otto-Brenner-Preis für Andrea Röpke, Medienpreis für Andrea Röpke, Anton Maegerle und Thomas Kuban, Brandenburg: Neonazis schlagen Journalistin nieder