Verlobung mit Ex-NPD-Funktionär: Zeugin verweigert Aussage

Neuer Verhandlungstag gegen Ex-NPD-Chef Peter Borchert. Einen Tag vor ihrer Aussage habe sich Borchert mit seiner Freundin verlobt, berichtet die SHZ. Sie habe deshalb nicht ausgesagt. „Wir sind verlobt – seit einem Tag“, erklärte die Melanie M. dem Bericht zufolge, „während ihr zukünftiger Ehemann, der sich seit Monaten in Haft befindet, auf der Anklagebank breit grinste“. Als Verlobte muss die junge Frau nicht aussagen. Im Zuschauerraum johlten demnach Freunde Borcherts aus der rechtsextremen Szene, die zum Teil gut sichtbar ihre Gesinnung – zum Beispiel als Werbe-T-Shirt für den Neumünsteraner Nazi-Treff „Club 88“ – auf dem Bauch trugen.

 

Ein Rechtsmediziner, der die Verletzungen begutachtet hatte, erklärte dem Bericht zufolge, dass die Stiche wahrscheinlich von vorn gesetzt worden seien. Vor der Haftrichterin hatte Borchert behauptet, in Nothilfe zugestochen zu haben – und zwar von hinten. Wer den Streit angefangen habe, sei weiter unklar, so die SHZ. Zeugen sagten demnach aus: Die „Hells Angels“ seien in der Überzahl gewesen. Ein Neonazi solle brutal geschlagen und getreten worden sein. Eine Amtsrichterin, die Zeugin der Schlägerei wurde: „Ich dachte, der Mann aus der rechten Szene wäre tot.“ Der Prozess wird fortgesetzt.

 

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