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“Trauermarsch in Dresden” – Relativierung der Verbrechen des “Dritten Reiches”

09. Februar 2009 15:10 276 mal gelesen Kein Kommentar

Jede Bürgerinitiative gegen ein Autobahnteilstück gibt sich erst einmal die Mühe, ihr Anliegen ausführlich zu begründen. Die rechtsextreme Szene hat das offenbar nicht nötig, warum auch? Schließlich sind manche Versatzstücke ihrer Ideologie seit Jahrzehnten unverändert. Zwar werden auch in diesem Jahr im Demo-Aufruf zum 13./14. Februar viele Worte gemacht, für das vorgebliche Anliegen – die angebliche Trauer um die zivilen Opfer der Bombardierung Dresdens – findet man dabei jedoch nur einige mühsam zusammengebastelte Floskeln.

Von Christoph Ruf* für NPD-BLOG.INFO

“Am 14. Februar führt die Junge Landsmannschaft Ostdeutschland ihren jährlichen Trauermarsch für die Opfer der sinnlosen Zerstörung der schönen sächsischen Elbmetropole Dresden durch, die am 13.,14. und 15. Februar 1945 fast vollständig zerstört wurde, und wobei mehrere tausend Zivilisten ihr Leben lassen mussten.” So viel dazu. Was die Veranstalter viel mehr zu interessieren scheint, ist ein ritualisiertes Räuber-und-Gendarm-Spiel. Kommen mehr Gegendemonstranten als Rechte? Halten die sich so brav an das von den Rechten so geliebte Versammlungsgesetz? Ein Ziel der Rechtsextremisten ist es auf jeden Fall, die Gegendemonstranten als zugereiste Krawallmacher zu diskreditieren, von denen sich die Dresdner Zivilbevölkerung schon lange abgewendet habe.

Inhaltlich geht es – wenig Text, viel Subtext – einmal mehr um eine Relativierung der Verbrechen des “Dritten Reiches”. Die Bombardierung deutscher Städte wie Dresden oder Hamburg durch die Alliierten wird nicht als Teil der Geschichte eines von Nazi-Deutschland erklärten Krieges gesehen, vielmehr wird der Eindruck erweckt, als seien die eigentlichen Gräueltaten des Zweiten Weltkrieges von den Alliierten begangen worden.

Ins öffentliche Bewusstsein einfräsen

Durch die Ritualisierung will man sich nachhaltig ins öffentliche Bewusstsein einfräsen. Diese Taktik geht auf – auch weil den Aufmärschen jedes Jahr lang anhaltende politische und juristische Debatten vorangehen. Der Aufmarsch anlässlich der Bombardierung Dresdens im Februar 1945 hat sich in den letzten Jahren zum größten, regelmäßig stattfindenden Treffen von Alt- und Neonazis jeder Couleur in Europa entwickelt. Ziel ist es, den 14. Februar zum Tag der rechtsextremen Bewegung zu machen, neben anderen Daten (beispielsweise dem Hess-Gedenktag), oder dem 1. Mai, der zum Leidwesen der rechten Strategen immer noch ein linker Aktionstag ist.

Offiziell hält sich die NPD im Vorfeld des Dresdner Aufmarsches eher zurück – unter den Regeln der Veranstalter findet sich auch der Hinweis, dass Parteifahnen nicht mitgebracht werden sollen – auf den Homepages des NPD-Stadt-, Land- und Bundesverbandes wird lediglich an prominenter Stelle zum Aufruf der Veranstalter verlinkt, der “Jungen Landsmannschaft Ostdeutschland” (früher “Junge Landsmannschaft Ostpreußen”). Hierbei handelt es sich offenbar um eine Kaderschmiede, das sich stark aus dem Burschenschaftsmilieu speist; einem Kaderbecken, aus dem auch frühere JN-Vorsitzende Stefan Rochow (2002-2007) und der Landtagsabgeordnete Jürgen Gansel entstiegen – jener Gansel, der die Bombardierung Dresdens 2005 als “Bombenholocaust” bezeichnete.

NPD als parlamentarischer Arm

Gansel hielt sich im Vorfeld des Aufmarsches zurück, an seiner Stelle fungierte der Dresdner Landtagsabgeordnete René Despang als parlamentarischer Arm der Szene. Despang stellte im Landtag eine mündliche Anfrage, in der er sich um die Sicherheit des Aufmarsches sorgte. Stellvertretender Versammlungsleiter des Aufmarsches ist der NPD-Fraktionsgeschäftsführer im sächsischen Landtag, Frank Ahrens. Man kann davon ausgehen, dass wie in den vergangenen Jahren jede Menge Parteiprominenz vor Ort sein wird. Für die NPD ist das kommende Wochenende der informelle Wahlkampfauftakt. Auch soll nach den Streitigkeiten der letzten Wochen und Monate – bekanntermaßen haben viele Kader der freien Kräfte mit der NPD gebrochen – der Schulterschluss demonstriert werden.

Der Aufmarsch erfüllt jedoch auch eine nach außen gerichtete Funktion. Den Veranstaltern ist es deshalb wichtig, strengste Verhaltensregeln auszugeben und auf deren Einhaltung zu achten. “B-Jacken, Springerstiefel, Schuhe mit Stahlkappen, militärisch geschnittene Jacken und Hemden” sind ebenso verboten wie “Zahlenkombinationen a la 1488, Reichskriegsflagge, (..) Alkohol, Kennzeichen verbotener Organisationen, Vermummung, Lonsdale, Consdaple usw. usf. Entsprechende Tätowierungen sind abzudecken (..), auf dem Marsch herrscht Alkohol- und Rauchverbot! Telephone sind lautlos zu stellen! Auf Sonnenbrillen sollte verzichtet werden!”

Außen- und Innenwirkung

Dieser Verhaltenskodex wird nicht nur durch die strengen polizeilichen Auflagen diktiert, sie liegen auch im Eigeninteresse der Rechten, die seit Jahren darauf achten, das Bild vom tumben alkoholisierten Schläger zu relativieren und nicht allzu paramilitärisch aufzutreten. Überhaupt ist einer der Hauptzwecke des Aufmarsches ein demonstrativer. Er soll beeindrucken, primär natürlich durch die Zahl der Teilnehmer. Ganz im Sinne der vom (noch) amtierenden Parteivorsitzenden Udo Voigt 1996 ausgegebenen “Drei-Säulen-Strategie”, in der neben dem “Kampf um die Köpfe” und dem “Kampf um die Parlamente” der “Kampf um die Straße” ein tragendes Element ist. Man sollte nicht ausblenden, dass die vieltausende Neonazi-Aktivisten, mit denen am Samstag zu rechnen ist, sich zu einem beträchtlichen Teil auch an den anderen 364 Tagen des Jahres zum politischen Kampf berufen fühlen – wer sich das vergegenwärtigt, wird den vieltausendköpfigen Aufmarsch als bedrohlich empfinden.

Genau das ist intendiert. Genau dadurch hat er das kommende Wochenende auch eine solch wichtige szeneinterne Funktion. Die Szene trifft und vernetzt sich – und das nicht nur im nationalen, sondern –begünstigt durch den Standort Dresden und dessen Nähe zu Osteuropa– im internationalen Kontext. Die Szene versichert sich ihrer eigenen Bedeutung.

*Christoph Ruf ist Redakteur bei Spiegel Online. Zusammen mit Olaf Sundermeyer schrieb er das Buch “In der NPD – Reisen in die National Befreite Zone“, das am 16. Februar erscheint.

Siehe auch: Die NPD und der Holocaust: Relativieren statt leugnen, “Trauermarsch”: “Nazis auf die Fresse hauen”, Mehrere tausend Nazis marschieren durch Dresden, NPD betreibt weiter ihren “Schuldkult”, Sachsen: NPD-Abgeordnete nicht bei Holocaust-Gedenken dabei, Gedenken in Dresden: Rechtsextreme vergraulen jüdische Gemeinde

Aufrufe zu Protesten gegen den Neonazi-Aufmarsch: Aufruf: Neonazi-Aufmarsch in Dresden stoppenAufruf zur Demonstration gegen Neonazi-Aufmarsch in Dresden

Kein Kommentar »

  • John Doe said:

    Ich glaube da ging eine Säule verloren:
    “(…) in der neben dem “Kampf um die Köpfe” und dem “Kampf um die Köpfe” der “Kampf um die Straße” ein tragendes Element ist.”

    Ihr könnt das ja mal um den Kampf um die Herzen ergänzen. Sofern sich Voigt den gewünscht hat. Andererseits würde es für eine gewissen Selbsterkenntnis sprechen, wenn den Nazis klar ist das sie um die Köpfe doppelt kämpfen müssen.

  • O.B. said:

    Der Text ist gut.

    Man hat manchmal den Eindruck, die Braunies möchten eine zweite Art von “Dolchstoßlegende” inszenieren mittels “Dresden”. Mit der bewussten Ausblendung der Verbrechen von Wehrmacht, SS und Co. und der immer aufs neuen beschworenen Opferrolle Deutschlands geht das in eine ähnliche Richtung.
    Man versucht ja auch immer die deutsche Kriegsführung als z.B. ehrenwert oder fair darzustellen. Kritiker werden fast schon manisch als “Verräter” tituliert.
    Das Ganze wird fast schon zur Glaubensreligion erhoben an der sich die Szene laben kann.

    Die damaligen Opfer sind da nur Mittel zum Zweck und müssen dafür herhalten. Das ist dann ziemlich pervers, wenn man anderorts die deutsche Kriegsführung fast schon gottgleich verehrt als Heldenmythos. Damit verehrt man letztendlich die, welche Dresden erst ermöglicht und auch irgendwo zu mit verantworten haben.

    Frage mich auch, ob die Opfer es so gut finden, von den ideologischen Nachfahren derer, die für den ganzen Mist verantwortlich sind als “propagandistische W….vorlage” benutzt zu werden. weil so richtiges Gedenken sieht meines Erachtens anders aus. Das, was die Braunies da machen, ist der übliche, schon damals durchgeführte, nationalsozialistische Todes- Opferkult. Fehlen nur noch Fakeln und der ganze andere pseudo okkulte Tamtam. Daran haben die sich damals auch schon gelabt ohne Ende.

    Wäre vielleicht auch ein Punkt, den man im Fokus behält bei den Gegendemos. Neben den ganzen “Nazis raus” Geschichten sollte man beständig informieren, was die da genau eigentlich veranstalten, damit bezwecken wollen und welcher Mittel die sich dafür bemächtigen.

    Und wenn sie es mit ihrem Opfergedenken wirklich ernst meinen würden(!!!), dann würden sie sowas auch mal in London, Coventry, St. Petersburg, Wolgograd, Warschau oder Rotterdamm machen (oder andere Städte) und derer Opfer gedenken, dass wäre dann mal großes Kino.*g*
    Dafür sind sie aber emotional nicht in der Lage, denke ich mal.*g*

    Mit freundichen Grüßen
    Olli

  • WW said:

    “Ziel der Rechtsextremisten ist es auf jeden Fall, die Gegendemonstranten als zugereiste Krawallmacher zu diskreditieren, von denen sich die Dresdner Zivilbevölkerung schon lange abgewendet habe.”

    Genau in diese Kerbe schlagen auch die “Welt” und die CDU, siehe…

    http://www.welt.de/welt_print/article3149909/Stilles-Gedenken-gegen-demonstratives-Geh-Denken.html

    Deren Verständnis eines “stillen” Gedenkens trifft sich zufällig mit der bequemen Vorstellung, man müsse nur konsequent wegsehen, damit die Nazis verschwinden und führt geradewegs auf den Friedhof demokratischer Ideale. Nicht zu tun wird so zu Strategie erhoben, den untätige Bürger vielleicht gar zum Widerständler interpretiert. Neu ist diese Interpretation von Passivität nicht, hat schon DAMALS vielen ein gutes Gewissen in Nachhinein beschert.
    Dass man aber regelmäßig die demokratische Front zu spalten versucht, hinterlässt einen ziemlich braunen Geruch.

  • E.S. said:

    @ww

    Es geht nicht darum, wegzusehen, sondern allen Feinden der Demokratie die Rote Karte zu zeigen. Was soll an krawallmachenden Parolenschwingern a la “Bomber Harris, do it again” demokratisch sein? Die Verherrlichung und Beschönigung von Kriegsverbrechen ist immer daneben, egal von welcher Seite sie ausgeübt wurden.

    Die jüngste Dresdener Historikerkommission, von der man nun wirklich behaupten kann, irgendwelche rechten Mythen zu bedienen, hat im übrigen noch einmal festgestellt, daß es keinerlei echten militärischen Nutzen der Bombardierung Dresdens gab und vor allem die ausschließlich von Zivilisten bevölkerten Stadtgebiete angegirffen wurden. Die Zahl der getöteten Soldaten, welche die Stadt militärisch verteiligen sollten, betrug nur rund 100, die Kasernen wurden zum größten Teil überhaupt nicht berührt. Dies widerspricht all jenen deutlich, die heute den – linken – Mythos pflegen, die Bombardierung Dresdens wäre eine “normale” Kriegshandlung gewesen. Vielmehr stand der Akt in der unrühmlichen Tradition von Coventry usw. Aber ein westliches Kriegsverbrechen durch ein nationalsozialistisches Kriegsverbrechen zu rechtfertigen, wäre doch nun sehr billig, oder? Vielmehr sollte ein Staat wie Großbritannien zu seinen eigenen Kriegsverbrechen stehen und die Täter heute nicht weiter verherrlichen und ihnen Denkmäler setzen.

    Also hat die Trauer um die sinnlos getöteten Zivilisten in Dresden die gleiche Berechtigung wie in den anderen betroffenen Städten.

  • Antifaunited said:

    So genannter “Trauermarsch” in Dresden…

    (…)“Am 14. Februar führt die Junge Landsmannschaft Ostdeutschland ihren jährlichen Trauermarsch für die Opfer der sinnlosen Zerstörung der schönen sächsischen Elbmetropole Dresden durch, die am 13.,14. und 15. Februar 1945 fast vollständ…

  • Antifaunited said:

    Das Problem ist, das die Oberen der Stadt Dresden alles dafür tun, das die Nazis freies geleit bekommen und die Antifa bereits im Vorfeld kriminialisiert wird:

    http://antifaunited.wordpress.com/2009/02/04/dresden-contra-antifaschismus/

    http://antifaunited.wordpress.com/2009/01/28/dresden-freie-fahrt-fur-naziterroristen/

  • Niels said:

    “Verherrlichung und Beschönigung von Kriegsverbrechen”

    Hallo? Gehts noch?
    Im Geschichtsunterricht nicht aufgepasst?

    Kriegsverbrechen haben die Deutschen begangen, nicht die Alliierten. Die haben Deutschland vom Faschismus befreit!

  • Steffen said:

    “Gegendemonstranten als zugereiste Krawallmacher” So sehe ich das auch für 95% davon, ich denke das sind alles Arbeitslose, die sich wichtig fühlen und dadurch noch arbeitsloser werden und Normalbürger zahlen den ganzen Scheiß. Deutschland ist tief gesunken.

  • Leser said:

    ““Gegendemonstranten als zugereiste Krawallmacher” So sehe ich das auch für 95% davon, ich denke das sind alles Arbeitslose, die sich wichtig fühlen und dadurch noch arbeitsloser werden und Normalbürger zahlen den ganzen Scheiß. Deutschland ist tief gesunken.”

    Nee, ist klar. Alles asoziale, arbeitslose, alkoholisierte Krawallmachen. Und ich bin 1 Millionen Jahre alt und eröffne mit Elvis im Sommer eine Herrenboutique in Rom…

  • der typ in der dritten reihe said:

    ” “Gegendemonstranten als zugereiste Krawallmacher” So sehe ich das auch für 95% davon, ich denke das sind alles Arbeitslose, die sich wichtig fühlen und dadurch noch arbeitsloser werden und Normalbürger zahlen den ganzen Scheiß. Deutschland ist tief gesunken.”

    Ein klassisches Beispiel für ein strukturell menschenverachtendes Weltbild mit gefährlicher Konstruktion einer wie auch immer gearteten Normativität.
    Politische Partizipation und Meinungsausdruck werden, ob dank Berichterstattung (die sich natürlicherweise fast ausschließlich auf Ausschreitungen konzentriert) oder auch nicht (da man sich ersteres denken können muss), als Krawall und Störung der heiligen öffentlichen Ruhe interpretiert.
    Die Unterstellung von Arbeitslosigkeit wird schon intuitiv als Schimpfwort gebraucht und natürlich gleich dazu noch eine Selbstverschuldungsthese bedient.
    Dem entgegengestellt wird dann das Ideal des normalen “fleissigen, arbeitenden Steuerzahler”, der von fiesen Schmarotzern ausgebeutet wird und schlussendlich noch das arme Deutschland beweint.

    Über manche Kommentare könnte man ganze Referate schreiben…

  • WW said:

    E.S.
    Wie viele andere vergessen Sie bei den zivilen, armen Opfern, wer denn Hitler eigentlich gewählt hat. Die armen Deutschen, welche dort zu Opfern wurden, haben die Kriegstreiber selbst ins Parlament gewählt, von der “Arisierung” der Wirtschaft profitiert, auf ihren Höfen Zwangsarbeiter beschäftigt, sich über die schönen neuen Arbeitsplätze in der Rüstungsindustrie gefreut (da war auch die KDF-Reise wieder drin), aber von den KZs angeblich nichts gewusst. Wer ist hier denn Opfer?

    Was an krawallmachenden Parolenschwingern demokratisch ist, kann ich ihnen erklären: Es sind Personen, die andere nicht diskriminieren wegen Hautfarbe, Religion oder der Staatsbürgerschaft und die sich konsequent jedem entgegenstellen, der für den Nationalsozialismus mit Rückendeckung der Gerichte und der Polizei durch die Straßen marschiert. Sie setzen sich für die Rechte des Individuums ein und lehnen autoritäre Strukturen ebenso wie ethnisch abgegrenzte Gemeinschaften (Volksgemeinschaft) ab. Sie schätzen das eigene politische Gewissen höher als bizarre Demonstrationsverbote der Stadt Dresden und treten trotz Prügelattacken und Wasserwerfern dafür ein. Sie akzeptieren keinen Staat, der die Ruhe in der Stadt als wichtiger einschätzt als die politische Auseinandersetzung und nicht den Nazis, sondern deren Gegnern laufend Steine in den Weg legt. Geht’s noch demokratischer?

    Wie man hingegen durch Kerzenhalten, Beten, Singen und Bratwurstessen die Demokratie erhalten will, während die Polizei mit schwerem Gerät den Nazis die Straße freiräumt und auf Demokraten einprügelt, ist mir nicht klar, aber die CDU hat ja die Weisheit mit Löffeln gefressen.

  • Birgit said:

    “Sollte dies ein Zeichen dafür sein, daß die Deutschen in ihren primitivsten menschlichen Gefühlen verroht sind, daß keine Saite in ihnen schrill aufschreit im Angesicht solcher Taten, daß sie in einen tödlichen Schlaf versunken sind, aus dem es kein Erwachen mehr gibt, nie, niemals? Es scheint so und ist es bestimmt, wenn der Deutsche nicht endlich aus dieser Dumpfheit auffährt, wenn er nicht protestiert, wo immer er nur kann, gegen diese Verbrecherclique, wenn er mit diesen Hunderttausenden von Opfern nicht mitleidet. Und nicht nur Mitleid muß er empfinden, nein, noch viel mehr: Mitschuld. Denn er gibt durch sein apathisches Verhalten diesen dunklen Menschen erst die Möglichkeit, so zu handeln, er leidet diese “Regierung”, die eine so unendliche Schuld auf sich geladen hat, ja, er ist doch selbst schuld daran, daß sie überhaupt entstehen konnte!

    Ein jeder will sich von einer solchen Mitschuld freisprechen, ein jeder tut es und schläft dann wieder mit ruhigstem, bestem Gewissen. Aber er kann sich nicht freisprechen, ein jeder ist schuldig, schuldig, schuldig! Doch ist es noch nicht zu spät, diese abscheulichste aller Mißgeburten von Regierungen aus der Welt zu schaffen, um nicht noch mehr Schuld auf sich zu laden. Jetzt, da uns in den letzten Jahren die Augen vollkommen geöffnet worden sind, da wir wissen, mit wem wir es zu tun haben, jetzt ist es allerhöchste Zeit, diese braune Horde auszurotten. Bis zum Ausbruch des Krieges war der größte Teil des deutschen Volkes geblendet, die Nationalsozialisten zeigten sich nicht in ihrer wahren Gestalt, doch jetzt, da man sie erkannt hat, muß es die einzige und höchste Pflicht, ja heiligste Pflicht eines jeden Deutschen sein, diese Bestien zu vertilgen.”

    Flugblätter der Weissen Rose II
    Quelle: http://www.bpb.de/themen/DTJ9Q1,0,0,Flugblatt_II.html

  • E.S. said:

    @ww

    Wer heute schreit: “Bomber Harris, do it again”, billigt damit Massentötungen. Das ist eine simple Tatsache, die sich weder abstreiten, noch beschönigen läßt.

    Stell Dir im übrigen doch einfach mal die Frage, warum viele die Guantanamo-Politik der Vereinigten Staaten kritisiert haben. Ich glaube, kaum jemand wird leugnen, daß sich unter den dortigen Gefangenen auch tatsächliche Terroristen und sonstige Schwerverbrecher befanden. Dennoch heiligt der Zweck noch lange nicht das Mittel der jahrelangen Isolationshaft ohne Aussicht auf ein juristisches Verfahren, bei dem dann aus der entsprechenden Anklage und der Verteidigung ein individuelles Urteil über die Schwere der Schuld oder eben der Unschuld im Sinne der Anklage gefällt wird.

    Ebenso befanden sich unter den im Februar 1945 in Dresden Getöteten Schuldige und Unschuldige. Die Behauptung der Kollektivschuld, die Du hier betreibst geht lediglich ebensosehr in die Irre, wie das Gegenteil – der Erklärung der kollektiven Unschuld durch Rechtsaußen. Beide Positionen basieren letztlich auf einem fragwürdigen kollektivistischen Menschenbild.

    Differenzierung heißt das Zauberwort …

    Im übrigen möchte ich einem Staat, in dem jeder das kompromißlos auf der Straße macht, was er für richtig hält und sich an keine demokratischen Instanzen hält, nicht leben.

  • O.B. said:

    Im Endeffekt könnte man sagen, wenn man ’39 nicht Polen überfallen und damit eine unglaubliche Gewaltspirale ins Rollen gebracht hätte, würde Dresden heute noch heil sein wie wohl viele andere Städte auch. Die Opfer Dresdens sind somit auch im weiteren Sinne Opfer der Nationalsozialistischen “Politik”, die ja den “Totalen Krieg” fast schon erotisierend gelebt hat.
    Dies soll aber nicht der Punkt sein.

    Ich glaube man sollte im Fokus behalten, dass Neonazis dieses Ereignis propagandistisch mißbrauchen wollen und eine Selektiv-Gedenkkultur etablieren wollen, welche an den fast schon okkulten Opferkultveranstaltungen der Nazionalsozialisten heranreicht.
    Dazu gesellt sich dann noch dieses “Kein Vergeben, kein Vergessen” was Rache impliziert. Und wohin solche Gedankengänge hinführen können, hat die Geschichte oft genug gezeigt. Ich glaube, genau diese Gedankengänge, welche wohl auch damals zu erheblichen Leid geführt haben, brauchen wir einfach nicht. Dafür mussten diese Leute wahrlich nicht ihr Leben lassen.
    Und ich glaube, gegen diese Negativität, was sich da “Gedenken” schimpft, sollte es sich lohnen dagegen vorzugehen.
    Vorallem, wenn in anderen Veranstaltungen der Krieg mit allen Drum und Dran verherrlicht wird ohne Ende, sind solche “Gedenkveranstaltungen” der Nazis blanker Hohn für die Opfer.

    Darum sollte es gehen, alles andere kann man immernoch danach klären, denke ich mal.

    Mit freundlichen Grüßen
    Olli

  • Vater Abraham said:

    Hier ein kurzer Geschichtsunterricht: Die Nazis sind mit viel List und Tuecke drangekommen (Koalition mit katholischer Zentrumspartei – Papst hat nicht protestiert). Dann KPD verboten. Ermaechtigungsgesetz nur durch Zustimmung aller buergerlichen Parteien gelungen. Restliche SPD-Anhaenger ins KZ abtranspoertiert. Von da an reichte ein falsches Wort, und Du warst selbst dran.

    Als Strafe desswegen also verbrennung am lebendigen Leibe (auch fuer die Frauen, Kinder…und alle, die die Nazis nicht gewaehlt haben (die Mehrheit)).

    Die Verbrennung von 100.000 Menschen aus der Luft ist und bleibt ein Verbrechen, egal wie boese die verbrannten waren.

    Im Uebrigen, warum seit Ihr denn ganz ploetzlich FUER DIE TODESSTRAFE???

  • O.B. said:

    Es geht nicht um die Todesstrafe oder sich dem Ergötzen von toten Zivilisten oder des “Tollfindens” des Luftkrieges, es geht darum, den Mißbrauch dieses Ereignisses durch Neonazis anzuprangern, nicht mehr und nicht weniger.

    Über die Sinnhaftigkeit des Bombenkrieges, welches ja auch die Deutsche Luftwaffe seit Guernica in ihrem Repertoire hatte und gegen ihre Gegner ausgiebig praktiziert hatten, sollte man an anderer Stelle diskutieren. Laut der “Dresdner Historikerkommission” sind bei diesen Angriffen maximal 25000, wenn ich das noch so richtig im Kopf habe. Es wäre sicherlich begrüßenswert, wenn man da nicht mit 100000 Menschen oder sonst was für Zahlen aggiert, sondern bei dem bleibt, was bestätigt ist. Damit fährt man nachhaltiger und ehrlicher.

    Aber auch dies wäre nicht der Punkt. Wichtig ist, den Mißbrauch dieses Datums durch die Neonazis anzuprangern. Seltsamerweise halten sie es für unnötig anderer Deutscher Opfer zu gedenken, welche z.B. in den Konzentrationslagern umgekommen sind. Solche Opfer sind für sie nicht gedenkenswert. Von anderen Opfern brauchen wir erst gar nicht zu reden, die wollen sie eh nicht wahrhaben. Damit disqualifizieren sie sich. Das sollte man klarmachen.

    Mit freundlichen Grüßen
    Olli

  • Reisender said:

    “Steffen

    “Gegendemonstranten als zugereiste Krawallmacher” So sehe ich das auch für 95% davon, ich denke das sind alles Arbeitslose, die sich wichtig fühlen und dadurch noch arbeitsloser werden und Normalbürger zahlen den ganzen Scheiß. Deutschland ist tief gesunken.”

    Ach Steffen, jetzt versuchen hier gleich mehrere Leute, die Ursache für deine geistige Diarrhoe zu ergründen und zu analysieren. Liebe Damen und Herren! Lasst den armen Steffen in Ruhe! Er kann nichts dafür! Er ist einfach nur dumm. Wichtiger ist vielmehr die Aufarbeitung der Frage: Ist er wegen seiner Dummheit nun Opfer oder Täter?
    Auf jeden Fall ist er durch seine Dummheit der ideale Wähler linker oder rechter Parteien. In welche Richtung er sich entscheidet ist nur davon abhängig, welche minderbemittelte Gruppe ihn zuerst findet und gewinnt.

  • Datenschutz und Völkermord historisch betrachtet | Linux Datenschutz Politik said:

    [...] NPD-BLOG.INFO » “Trauermarsch in Dresden” – Relativierung der … [...]

  • IstvanK. said:

    Ich bedauere das sehr, für die Opfer und mein Beileid auspreche.

    Mit freundlichen Grüßen aus Ungarn

  • Dresden: Aktionen gegen Nazigroßaufmarsch « [Medienkollektiv Berlin] said:

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