Vorsätzliche Körperverletzung: NPD-Kreischef muss 900 Euro ans System zahlen

Das Jugendschöffengericht im Bocholter Amtsgericht hat am 06. Februar 2009 Geldstrafen wegen „vorsätzlicher Körperverletzung“ gegen vier Rechtsextremisten verhängt. Der angeklagte NPD-Kreisvorsitzende müsse 900 Euro in die Staatskasse zahlen, berichtete die Ahlener Zeitung.

Am 12. April 2008 war ein NPD-Infostand in der Bocholter Innenstadt offenbar mit Eiern beworfen worden, dem Bericht zufolge vermutlich von einem Parkdeck aus. Die vier Angeklagten aus Bocholt und Wesel sollen laut Anklage daraufhin aufs Parkdeck hoch gestürmt und drei junge Männer in eine Schlägerei und Rangelei verwickelt haben. Nach eigenem Bekunden wollten die drei Gegendemonstranten vom Parkdeck Anti-NPD-Flyer auf die Fußgängerzone werfen.

Bereits vorbestraft

Ob die Männer tatsächlich die Eier geworfen hatten, blieb laut AZ unklar. Auch die Staatsanwaltschaft musste demnach die Anklage abmildern: Aus ursprünglicher gefährlicher Körperverletzung wurde demnach „einfache Körperverletzung“.

Drei Beschuldigte waren laut AZ bereits wegen anderer Delikte vorbestraft; der NPD-Vorsitzende machte 2008 Bekanntschaft mit der Justiz, als er wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis und versuchten Diebstahls aufgefallen war.

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