Ex-NPD-Chef Deckert zeigt Papst wegen Beihilfe zur Holocaust-Leugnung an

Ex-NPD-Chef Günter Deckert hat nach eigenen Angaben den Papst angezeigt. Das Kirchenoberhaupt, das offenbar noch deutscher Staatsbürger ist, habe sich der Holocaust-Leugnung mitschuldig gemacht, meint Deckert. Als deutscher Staatsbürger unterliege der Papst dem „brddr-deutschen SONDER-Recht!“, schreibt Deckert in der Anzeige, die er für die zuständige Staatsanwaltschaft persönlich bei der Kripo Weinheim am 04. Februar 2009 abgegeben habe.

Die Motivation hinter dieser Anzeige ist offensichtlich: Deckert hofft offenbar, durch Ermittlungen gegen den Papst könnten Holocaust-Leugner ihre Position öffentlich darstellen. Eine bekannte Strategie: Auch der Holocaust-Leugner Horst Mahler instrumentalisiert Gerichtssäle immer wieder für seine antisemitischen Verschwörungsfantasien. Revisionisten rufen auch zu Selbstanzeigen auf, um die Öffentlichkeit zu zwingen, die Position der Holocaust-Leugner wahrzunehmen.

Die Position der rechtsextremen Bewegung zum Holocaust ist höchst widersprüchlich. Einerseits gehört es bei Neonazis zum guten Ton, den industriellen Massenmord zu leugnen, andererseits wird der Begriff gerne in anderen Zusammenhängen missbraucht („Bomben-Holocaust„, „Israelischer Holocaust in Gaza„). Damit sollen Deutsche zu den wirklichen Opfern und Israel (gemeint sind aber Juden) zu Tätern gemacht werden. Die inflationäre Nennung des Begriffs soll die Shoah relativieren.

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