Auswahl von Reisezielen im Osten: Großstadt-Ignoranz oder realistische Abwägung?

Die Vorsitzende des Landestourismusverbandes und Landtagspräsidentin Sylvia Bretschneider hat laut dem SPD-Projekt Endstation Rechts bei einem Forum des Tourismusverbandes Usedom deutlich gemacht, welche Auswirkungen der Einzug der NPD in kommunale Vertretungen bedeuten könnte und welche Auswirkungen dieses für eine touristische Region habe.

Laut einer Studie würden sieben Prozent der Deutschen ihre Urlaubspläne ändern, wenn sie am Urlaubsort rechtsextremes Potenzial erwarten müssten, berichtete demnach „Ostsee-Zeitung“. Das Fernbleiben von Urlaubern hätte laut Bericht bereits 2006 (Einzug der NPD in den Landtag) einen Umsatzverlust von 114 Millionen Euro bedeutet.

Wobei ich sagen muss: Sieben Prozent finde ich nicht sonderlich viel. Ich kenne sehr viele Leute, die bei der Auswahl von Reisezielen ernsthaft darüber nachdenken, ob sie bei Reisen nach Ostvorpommern oder in die sächsische Schweiz möglicherweise eher einen Gefahrensucher-Urlaub buchen, anstatt sich in Ruhe erholen zu können. Besonders gilt dies für Leute mit einem Aussehen, welches in völkischen Kreisen – ob nun wegen Hautfarbe oder Outfit – nur auf geteilte Begeisterung stoßen könnte.

Großstadtignoranz von Möchtegern-Weltenbürgern oder realistische Abwägung? Was meinen die Leserinnen und Leser?

Siehe auch: “Berlin bewegt”, “Ravensbrück rührt”, “Betrifft: Bergen-Belsen”, Brandenburg: Rassistische Überfälle schaden dem Tourismus, Sachsen-Anhalt: Bald Rauch- und Nazi-Freie Hotels und Gaststätten?, Experte: “NPD transportiert auch Stimmungen der Bevölkerung”

12 thoughts on “Auswahl von Reisezielen im Osten: Großstadt-Ignoranz oder realistische Abwägung?

  1. Georg, versuchen Sie sich in der Gegend doch einmal mit einer Kippa auf dem Kopf. Wenn es Ihnen zu heikel wird, können Sie die schnell abnehmen, haben dafür aber einen tiefen Erkenntnisgewinn. Das gilt auch für manch andere Gegend in Deutschland. Ein Journalist der taz hat das mal in bestimmten Gegenden von Berlin versucht, aber zur Sicherheit nur mit einem Bekannten in der Nähe, der eingreifen konnte.

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