Der Papst und der Holocaust-Leugner: Merkel fordert Klarstellung

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat Papst Benedikt zu einer Klarstellung in der Debatte über den Umgang mit dem Holocaust aufgefordert. Eine Klarstellung sei noch nicht ausreichend erfolgt, sagte Merkel bei einer Pressekonferenz in Berlin.

Nachdem der Papst die Wiederaufnahme des Holocaust-Leugners Richard Williamson in die katholische Kirche verfügt hatte, wurde die Kritik an dem Kirchoberhaupt zuletzt immer schärfer. Neben Politikern meldeten sich auch Vertreter der katholischen Kirch zu Wort. Der Mainzer Kardinal Karl Lehmann forderte am 02. Februar 2009 eine klare Entschuldigung „von hoher Stelle“. Die Wiederaufnahme von Williamson bezeichnete Lehmann im SWR als Katastrophe für alle Holocaust-Überlebenden. Der Papst müsse klarstellen, dass die Leugnung des Holocaust kein beliebiges Kavaliersdelikt sei.

Der Osnabrücker Bischof Franz-Josef Bode sagte, in seiner Gemeinde reichten die Reaktionen auf das Vorgehen des Vatikans von „Irritationen bis Entsetzen“. Ein Holocaust-Leugner dürfe in der katholischen Kirche nicht geduldet werden, sagte Bode auf NDR Info.

Der Papst hatte die von seinem Vorgänger Johannes Paul II. vor 20 Jahren verfügte Exkommunikation von vier Bischöfen der ultrakonservativen Pius-Bruderschaft aufgehoben. Unter den Bischöfen ist auch der Brite Richard Williamson, der den Völkermord der Nazis an sechs Millionen europäischen Juden und die Existenz von Gaskammern in den Vernichtungslagern offen leugnet.

7 thoughts on “Der Papst und der Holocaust-Leugner: Merkel fordert Klarstellung

  1. „Der Papst sind wir“, so titelte es mal in der Bildzeitung. Das wir bezieht sich jetzt hoffentlich nur noch auf die neonazistischen Gruppen, deren Freude natürlich verständlich ist.
    Der Papst hat klar Stellung bezogen. Wer meint, dass es den Mord an 5 Millionen Juden nicht gegeben hat, ist willkommen in der katholischen Kirche.
    Wer immer noch Kirchensteuer zahlt, sollte seine Konsequenzen ziehen.
    Thomas Lange

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