Prozess gegen Ex-NPD-Landeschef begonnen

Unter strengen Sicherheitsvorkehrungen hat laut Welt-Online vor dem Landgericht Kiel der Prozess gegen einen ehemaligen Funktionär der rechtsextremen NPD begonnen. Die Anklage wirft ihm vor, Ende August 2008 vor Beginn einer Gerichtsverhandlung vor dem Kieler Amtsgericht mit einem Messer unvermittelt auf ein Mitglied der Rockergruppe Hells Angels sowie einen Begleiter eingestochen zu haben.

Der angeklagte ehemalige NPD-Landeschef von Schleswig-Holstein wollte sich demnach in der Sache nicht äußern. „Ich werde mich zur Sache nicht äußern. Die Angaben zur Person sind ja bekannt“, erklärte Borchert laut SHZ. Borchert wird demnach von dem Kieler Rechtsanwalt Christian B., der selbst in der NPD aktiv ist, und Horst Terjung aus Köln verteidigt wird. Kurz angebunden fügt der Ex-NPD-Chef noch hinzu: „Wohnhaft JVA Neumünster, erwerbslos, nicht verheiratet. Ansonsten verweise ich auf die Erkenntnisse der Staatsanwaltschaft.“ Für den Prozess sind fünf weitere Verhandlungstage vorgesehen.

In mehreren Bundesländern gibt es Mischszenen zwischen Neonazis und dem Rockermilieu. Rechtsextremisten brüsten sich bisweilen zudem mit angeblichen oder tatsächlichen Kontakten ins Rotlichmilieu. Beste Werbung für Wähler aus dem „nationalkonservativen“ Bereich also.

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