Razzia gegen Nazi-Skinheads in Augsburg

Laut einem Bericht der Süddeutschen Zeitung haben Ermittler eine Razzia bei der „Hate Crew Schwaben“ durchgeführt. Die Gruppe bestehe aus 15 bis 20 Neonazis, die von Augsburg aus in ganz Bayern und auch in Baden-Württemberg aufmarschierten. Am 28. Januar 2009 untersuchte dem Bericht zufolge die Kriminalpolizei Augsburg die Wohnungen von neun Bandenmitgliedern in den Landkreisen Augsburg, Donau-Ries und Unterallgäu sowie in Schwäbisch Hall. Dabei seien Baseballschläger und Schlagstöcke, mehrere tausend Tonträger mit verfassungsfeindlichen Inhalten sowie hunderte Kleidungsstücke sichergestellt worden. Die Staatsanwaltschaft Augsburg ermittelt den Angaben zufolge gegen sieben Männer im Alter von 26 bis 33 Jahren wegen des Verdachts auf Verbreiten von Propagandamitteln, Volksverhetzung, Gewaltdarstellung, Aufstachelung zum Rassenhass sowie Geldwäsche und Schwarzarbeit.

Die Ermittler werfen den führenden Mitgliedern der Gruppe laut SZ vor, ihren Lebensunterhalt mit dem Verkauf verbotener CDs und anderer indizierter Gegenstände verdient zu haben. Nach Angaben der Polizei demonstrieren die Nazi-Skinheads ihre Zusammengehörigkeit mit Fahnen und schwarzen Bomberjacken, auf denen ein Totenkopf abgebildet ist. Sie pflegten zudem enge Kontakte zu anderen rechtsextremen Kameradschaften und Vereinigungen und engagierten sich demnach teilweise auch in der NPD. Einige Verdächtigen seien bereits wegen Gewaltdelikten polizeibekannt.

Siehe auch: Angriff auf Journalisten bei Busse-Beerdigung: Bewährungsstrafe für Neonazi, Wahlkampf in Bayern: Betrunkene NPD-Anhänger bepöbeln Passanten, “Neonazis geraten außer Kontrolle”, Bayern: Hakenkreuzfahne aus Grab sichergestellt, Gewalt bei Busse-Beerdigung: NPD spricht von Presselügen