Kandidiert auch Jörg Hähnel für den NPD-Bundesvorsitz?

Möglicherweise kommt weitere Bewegung in den Machtkampf um den NPD-Bundesvorsitz. NPD-BLOG.INFO  liegt  ein Schreiben vom 17. Januar 2009 vor, das angeblich vom Berliner NPD-Chef Jörg Hähnel stammt. Darin schreibt Hähnel an den sächsischen NPD-Fraktionschef Holger Apfel, er sei prinzipiell bereit, beim Sonderparteitag zur Wahl anzutreten. Weiterhin schreibt er, man sollte „Udo Pasteurs über kurz oder lang isolieren. Die ganzen Hardliner müssen wir den Weg aus der Partei zeigen“, heißt es weiter.  Hähnel und Verbündete wollen „mit sachlicher Politik unsere Weltanschauung noch tiefer in die Mitte des Volkes tragen“. Die Freien Kameradschaften sollte man nutzen, ohne sie in die sonstige Arbeit einzubeziehen., heißt es. Die „Autonomen  Nationalisten“ dürften auch kein Thema mehr sein. Nach seiner Wahl zum Bundesvorsitzenden sei es Hähnels „fester Wille, auch als Spitzenkandidat der Partei in den Bundestag einzuziehen“.

briefhaehnel1.jpg

Ausschnitt des Briefes, der mit „Jörg Hähnel“ unterzeichnet wurde.

Ob das Dokument echt ist, ist unklar. Ein Kenner der Berliner NPD meint, es sei Hähnel durchaus zuzutrauen, dass der ambitionierte Funktionär für den Bundesvorsitz kandidiert. Ob es eine Kampfkandidatur gegen Molau  gibt oder ob das Vorgehen abgesprochen wurde, geht aus dem Schreiben nicht hervor. Möglicherweise befürchtet Apfel, Molau lasse sich als Kandidat nicht durchsetzen, da er sich bereits offen für einen Strategiewechsel ausgesprochen hat – und die Kritiker dagegen in der Partei lauter werden. Sollte das Dokument allerdings von einem Apfel-Gegner gefälscht sein, sagt dies auch einiges über die unfairen Methoden im NPD-Machtkampf aus.

Apfel: plumpe Fälschung

Holger Apfel betonte auf NPD-BLOG.INFO, das Schreiben sei gefälscht. „Das inhaltlich absurde, stilistisch grauenhafte und orthographisch von Fehlern wimmelnde Schreiben, das angeblich Jörg Hähnel geschrieben haben soll, entlarvt sich bereits im Einleitungssatz als plumpe Fälschung, da Herr Hähnel beim Neujahrsempfang der NPD-Fraktion überhaupt nicht anwesend war und somit dort auch keine Gespräche mit mir geführt haben kann“, schreibt Apfel. Fragt sich also, wer Interesse hat, ein solches Schreiben zu verbreiten und so in den Machtkampf einzugreifen.

Siehe auch: Konkurrenz zwischen NPD und DVU, Neonazi-Führer lobt DVU-Chef Faust, Molau begrüßt Wahl von Faust zum DVU-Chef, Machtwechsel bei DVU und NPD: Frey zieht sich zurück, Voigt droht die Abwahl, NPD-Machtkampf: Molau betont erneut Distanz zu militanten Neonazis, Ist die NPD erledigt?, Frey zieht sich zurück: DVU bald unter neuer Führung, Die rechtsextreme Bewegung ist nicht auf die NPD zu reduzieren, Wer übernimmt die Vogtei von Berlin-Köpenick?, Die NPD zwischen Pragmatismus und Propaganda, Erledigt sich die NPD selbst?, “Autonome Nationalisten”: Neues Outfit, alter Hass