Etwa 35 Neonazis bei antisemitischer NPD-”Mahnwache”

Eigentlich wollte die NPD bereits am 27. Januar 2009 ihre Mahnwache gegen den „israelischen Holocaust in Gaza“ abhalten. Da an diesem Tag aber der Opfer des Nationalsozialismus gedacht wird, wurde die antisemitische Hetzveranstaltung verboten. Daraufhin meldete die NPD für den Folgetag eine „Mahnwache“ am Bahnhof Friedrichstraße in Berlin-Mitte an – mit verhaltener Resonanz. Nur einige Dutzend Neonazis verloren sich auf dem Platz, sie entrollten Plakate gegen den „israelischen Holocaust“. Auch einige Palästinenser stellten sich zu den Neonazis und hielten ein Schild hoch, auf dem etwas von einem „Holocaust der Zionisten“ stand. Dieses könnte möglicherweise den Tatbestand der Volksverhetzung erfüllen, sagte ein Augenzeuge.

Gegen die antisemitische Aktion demonstrierten einige hundert Menschen. Die Redner erklärten, die Hetze der NPD sei unerträglich, man werde jüdischen Mitbürgern zur Seite stehen, wenn sie Ziel der völkischen Propaganda würden.

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