Hallenfußball in Berlin: “Alle Juden sind Schweine”

Bei einem Hallenturnier der Berliner Regional- und Oberligisten in der Charlottenburger Sporthalle ist es am 12. Januar 2009 laut einer Erklärung von der Abteilung „Aktive Fans“ bei TB Berlin wiederholt zu antisemitischen, rassistischen und homophoben Äußerungen der Anhänger des 1. FC Union gegenüber den Fans von Tennis Borussia gekommen. Nach der Partie zwischen beiden Mannschaften stürmten demnach die Union-Anhänger sogar das Spielfeld und versuchten, in den gegenüber liegenden Block der TeBe-Fans zu gelangen. Dies sei von der Polizei „in letzter Sekunde verhindert“ worden, heißt es.

Der Veranstalter, die Regional- und Oberliga-AG des Berliner Fussball-Verbandes (BFV), und die Sicherheitskräfte reagierten den Angaben zufolge auf die Entgleisungen selbst nach Aufforderung von Vereinsvertretern anderer teilnehmender Mannschaften nicht.

Die Abteilung der aktiven Fans von Tennis Borussia verurteilt die antisemitischen, rassistischen und homophoben Äusserungen auf das Schärfste und fordert die zuständigen Verbände BFV und DFB auf, endlich entschieden dagegen vorzugehen. Gesänge wie „Alle Juden sind Schweine“ seien Straftaten und müssten auch endlich als solche geahndet werden. Tennis Borussia sei als Verein mit jüdischen Wurzeln und einer friedlichen Fanszene, die sich öffentlich deutlich gegen Rassismus, Homophobie und Antisemitismus positioniert hat, immer wieder Opfer von rechtsradikalen Übergriffen.

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