Landesweite Durchsuchungsaktion gegen Neonazis in Niedersachsen

In einer landesweiten Durchsuchungsaktion sind am 20. Januar 2009 etwa 20 Räumlichkeiten von Neonazis in Niedersachsen durchsucht worden. Der Schwerpunkt der Aktion lag offenbar im Raum Osterode/Harz, es gab jedoch auch Durchsuchungen in Braunschweig.

Von Kai Budler

Die Ermittlungen werden von der Polizei in Göttingen geleitet, die aus ermittlungstaktischen Gründen bislang noch keine Angaben macht. Die Hausdurchsuchungen gelten als Folgemaßnahme zu den Waffenfunden bei Neonazis Ende November 2008 in Göttingen. Damals waren die Ermittler in der Wohnng eines 34-jährigen Neonazis auf ein reichhaltiges Waffenarsenal gestoßen, dazu gehörten eine Maschinenpistole kroatischer Herkunft, ein Repetiergewehr mit Zielvorrichtung und Schalldämpfer, zwei Pistolen, 450 Schuss Munition und mehrere Messer.

Bei einer Hausdurchsuchung im Raum Northeim hatten die Beamten u.a. eine abgesägte Schrotflinte, entsprechende Munition und mehrere Bajonette gefunden. Kurz vorher hatten fünf Neonanzis in einer Tabledance-Bar in Göttingen mit einer Pumpgun auf einen Mitarbeiter geschossen und zwei Brandsätze auf das Gebäude geworfen.

Siehe auch: Niedersachsen: Neonazis unter Waffen, Südniedersächsische Neonazi-Szene nach Waffenfunden im Visier, Polizei stellt bei Hausdurchsuchungen Waffenarsenal sicher, Rechtsextreme beim Table-Dance mit Pumpgun und Brandsätzen, Göttingen: Spekulationen um Brand in Afro-Shop, Debatte: Brutalisierung und Modernisierung bei Neonazis?, Niedersachsen: Kein Neonazi-Schwerpunkt im Südharz?