Landtagswahl in Hessen: NPD bleibt offenbar noch unter dem Ergebnis von 2008

Nachdem die rechtsextreme NPD bei der Landtagswahl 2009 ihr Minimalziel – das Erreichen der Ein-Prozent-Hürde – verfehlte, scheint sich auch bei der Neuwahl 2009 ein schwaches Ergebnis abzuzeichnen. In einzelnen Gemeinden blieb die rechtsextreme Partei trotz einer äußerst niedrigen Wahlbeteiligung noch unter den Ergebnissen von 2008. Einige Beispiele:

In Homberg verloren die Rechtsextremisten von 68 Stimmen noch 15, erreichten statt 0,9 nun 0,8 Prozent. In Ludwigsau verlor die NPD 22 Stimmen und kommt auf 2,3 Prozent. In Fritzlar verschlechterte sie sich von 1,1 auf 1,0 Prozent; im Fuldatal von 0,6 auf 0,5 Prozent; im Lahntal verlor die Partei zwar zwei von 34 Stimmen, blieb aber bei 1,0 Prozent; in Wildeck erreichte die NPD 0,7 nach zuvor 0,9 Prozent; in Allendorf (Eder) 0,4 nach 0,7 Prozent; in Biblis 1,2 nach 1,3 Prozent; in Butzbach 1,3 nach 1,8 Prozent; im Elbtal 0,9 nach 1,3 Prozent. In Baunatal verbesserten sich die Rechtsextremisten hingegen leicht, von 0,5 auf 0,6 Prozent.

In Kassel blieb die NPD unverändert bei 0,6 Prozent. Im Wahlkreis Hersfeld landeten die Rechtsextremisten bei 2,0 Prozent nach 2,2 im Jahr 2008. Im Odenwahld sind es nun 0,9 nach 1,0 Prozent.

Obwohl dies nur wenige Wahlkreise und einige ausgewählte Gemeinden sind, scheint sich von der Tendenz her abzuzeichnen, dass die NPD auch dieses Mal keine Einnahmen durch die Wahlkampfkostenerstattung erzielen kann. Von einem deutlichen Plus kann offenbar ohnehin nicht die Rede sein – dies wäre aber nach den Vorkommnissen rund um die NPD bundesweit und im hessischen Landesverband äußerst überraschend gewesen. Immerhin hatten es die Rechtsextremisten überhaupt geschafft, trotz der kurzen Vorlaufzeit in den meisten der 55 Wahlkreise Direktkandidaten aufzustellen.

Die Landesliste der NPD setzte sich nach Angaben der rechtsextremen Partei so zusammen:

Platz 1: Jörg Krebs, Landesvorsitzender und Stadtverordneter in Frankfurt
Platz 2: Volker Sachs, NPD-Fraktionsvorsitzender im Wetterauer Kreistag
Platz 3: Ursula Schäfer, DVU-Mitglied im Vogelsbergkreis
Platz 4: Daniel Lachmann,Landesgeschäftsführer und Wetterauer Kreistagsabgeordneter
Platz 5: Daniel Knebel, Mitglied des NPD-Landesvorstandes
Platz 6: Gerald Wissler, Landesvorsitzender der hessischen DVU
Platz 7: Nicole Becker (Schöffengrund), parteilos
Platz 8: David Giesler (Felsberg), Mitglied des NPD-Landesvorstandes
Platz 9: Stefan Jagsch, JN-Landesvorsitzender und Wetterauer Kreistagsabgeordneter
Platz 10: Günter Ulrich (Frankfurt), Major der Reserve
Platz 11: Frank Marschner (Offenbach), Mitglied des NPD-Landesvorstandes
Platz 12: Edna Windecker (Frankfurt), Näherin
Platz 13: Hans-Joachim Bosold (Neuhof), Diplom-Ingenieur
Platz 14: Josephine Fröhlich, NPD-Gemeindevertreterin in Hirzenhain (Wetterau)
Platz 15: Georg Hartmann (Fränkisch Crumbach), Land- und Forstwirt
Platz 16: Steven Haase, NPD-Kreisvorsitzender in Offenbach

Siehe auch: Hessen: Rechtsextreme rüsten sich zur Landtagswahl, Hessen: Ausschluss von zwei NPD-Kandidaten rückgängig gemacht, Landtagswahl in Hessen: Einzelne Bewerber der NPD nicht zugelassenMädchen fast totgeschlagen: 27 Monate Haft für Neonazi Kevin S., Hessen: Jüdischer Friedhof geschändet, Video von NPD-Aufmarsch: Daniel Cohn-Bendit “an die Wand stellen”, Hessen: Ex-”Volksfront-Medien”-Macher aus Nazi-Szene ausgestiegenHessen-NPD marschiert: “Cohn-Bendit an die Wand stellen”,

10 thoughts on “Landtagswahl in Hessen: NPD bleibt offenbar noch unter dem Ergebnis von 2008

  1. Völlig unverständlich, wieso der nazionale Widerstand in Hessen angesichts solcher Lichtgestalten wie Zwegenretter Marcel Wöll, Kevin „die Schaufel“ Schnippkoweit, und dem humanem Schützen Sascha Söder keine Erfolge einfährt.^^

  2. So sehr ich mich auch über die weiter gesunkenen Wahlergebnisse freue, so bleibt doch irgendwie ein bitterer Beigeschmack. Nach der letzten Niederlage hat sich die Wut der Rechtsextremisten an einem kleinen Mädchen entladen. Ich hoffe, dass es dieses Mal ruhig bleibt.

  3. Wenn sich der Trend erhärtet, dann ist die Sache optimal gelaufen, d.h. der Wahlkampf wurde für die klamme NPD zum Draufzahlgeschäft. Übrigens: Kompliment zu diesem Blog, bin erst im Zusammenhang mit der Hessenwahl auf Euch aufmerksam geworden.

  4. @Birgit

    Bitte verbreite keine hetze! Wenn du die nachrichten verfolgt hättest wüsstest du das dies wieder eine lüge war….

  5. Nee, ist klar. Die Rechtsextremen waren nicht enttäuscht darüber, dass sie im Westen keine Stimmen bekommen und es hat sich auch kein Zorn aufgestaut. Alles Lügen, klar. Die böse, böse Presse hat das alles frei erfunden. Auch die bösen Aussteiger, die diese Aussagen untermauern, lügen ja alle nur.
    Ich vermute mal so rein spekulativ das wir die nicht vorhandene und nicht aufgestaute Wut über die erneute Blamage dann wohl in Hannover bewundern dürfen…

    Übrigens muss man gegen die Rechtsextremisten nicht „hetzen“, dass können die untereinander viel besser als wir.

  6. @Otwin

    Hier ein kleines Beispiel, wie „gelassen“ die Rechtsextremen ihre Wahlniederlage in Hessen hinnehmen:

    „v. Leers // Jan 19, 2009 at 9:40

    Entweder ist die NPD, oder das BRD Volk Scheiße. Anders lassen sich die 0,9% nicht erklären.

    Langsam werde ich auch zum “Deutschen”-hasser.

    Denn wenn ein Volk so blöd ist, dann soll’s doch verrecken. Denen kann man nicht mehr helfen. Sollen sie doch verhungern, erfrieren, ihre arbeit verlieren und von Negern überschwemmt werden und weiter Grüne, FDP usw. wählen. Blöde BRD-Hunde.“

    Mehr muss man dazu wohl nicht sagen, oder? So etwas nenne ich Hetze.

    (Sorry, Herr Gensing)

  7. Ja, Birgit, Nazis entdecken einen neuen Trend: „Deutschland verrecke!“
    Bin mal gespannt, wann wir das auf deren Demonstrationen hören können, womöglich aus dem „schwarzen Block“ der „Autonomen“ :-)

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