NPD-Festredner Clemens spricht bei “Burschenschaft Germania”
Am 18. Januar 2008 wird laut einem Bericht des Hamburger Abendblatts der Düsseldorfer Rechtsanwalt Björn Clemens bei einer Veranstaltung der “Hamburger Burschenschaft Germania” als Redner auftreten. Clemens ist Ex-Rep-Vize und ein langjähriger Freund von NPD-Stratege Jürgen Gansel.
Das Hamburger Bündnis gegen Rechts ruft zu Protesten gegen diese völkische Veranstaltung auf. In dem Aufruf heißt es, die Burschenschaft habe jüngst erst ein Hausverbot im Hamburger Logenhaus erhalten. Nun veranstalte die völkische Studentenverbindung aus der Sierichstraße am 18. Januar 2008, wie jedes Jahr, einen “Reichsgründungskommers”. Erst vor wenigen Tagen sei Clemens zu Gast beim Neujahrsempfang der sächsischen NPD gewesen.
In den letzten Jahren haben demnach bei dieser Burschenschaft verschiedene Referenten gesprochen, welche auch bei der NPD referierten oder in der Parteizeitung “Deutsche Stimme” veröffentlicht hatten. 2006 machte die Germania eine “Kleine deutsche Kunstausstellung” mit Bildern von drei NS-Künstlern in ihrem Burschenschaftshaus – der Name gehe zurück auf die “Große Deutsche Kunstausstellung” der NSDAP in München. Zumindest im Jahr 2007 gehörten mit André Kinnigkeit und Arne Riecken zwei Hamburger NPD-Funktionäre der Burschenschaft Germania an, heißt es weiter.

Der eigentliche Skandal sei jedoch, dass seit 2005 der Erste Vorsitzende der Alten Herren der Germanen ein hoher Hamburger Beamter ist. Götz Noack ist dem Bündnis zufolge stellvertretender Vorsteher des Finanzamtes Hamburg-Nord. Die Alten Herren trügen nicht nur die politische Verantwortung für die Veranstaltungen im Germanenhaus mit, sondern finanzierten den Nazi-Treffpunkt in der Sierichstraße auch maßgeblich. Dieses erfolge zum großen Teil über einen “gemeinnützigen” Verein in Bonn.
Im Jahr 2006 sorgte die Burschenschaft auch für Aufsehen, da bei einer Veranstaltung “Sieg Heil”-Rufe zum Besten gegeben wurden, wie der NDR berichtete.
Siehe auch: Rep-Vize verlässt die Partei, Sachsen-Anhalt: Rep-Landesvoristzender wechselt zur NPD, Republikaner: Weiter Abgrenzung zur NPD, Die NPD hofft: Republikaner angeblich vor der Spaltung, Hessen: Burschenschaftsbank soll Gemeinnützigkeit aberkannt werden, Ein Abend ohne Schmiss

Ähnliche Vorwürfe gegen die Hamburger Germanen wurden bereits auf dem “Störungsmelder” erhoben und dann heftig diskutiert (kann dort nachvollzogen werden, u.a. meine Meinung dazu: http://blog.zeit.de/stoerungsmelder/2008/11/20/proteste-gegen-burschenschaftskommers-in-hamburg_589#comments). Nun aber kurz zu den HIER erhobenen Vorwürfen. Ich (Burschenschafter, National-Konservativer, Umfeld: JF, Sezession, KSA) möchte doch zu diesen etwas anmerken. Als Teilnehmer eines von der Germania organisierten Kommerses zu Ehren Fallerslebens auf Helogoland (Redner: Hans Merkel, CSU, ehem. Staatsekretär unter Stücklen) habe ich einige der Germanen kennen gelernt. Ich will die Leser hier nicht mit Sympathiebekundungen langweilen, deshalb kurz: Der Vorwurf, die Germanen seien Nazis und Rechtsextreme ist meines Erachtens absurd. Allein die Auswahl des Redners, die Redeinhalte, die auf größte Zustimmung stießen und die Gespräche, an denen ich teilhaben konnte, belegten dies. Ich habe weder “Sieg-Heil-Rufe” noch irgendwelche anderen Äußerungen mitbekommen, die irgendwie problematisch wären. Ihr “schmissiges” Auftreten ist nicht Jedermanns Sache, aber die grundsätzliche Feindschaft gegenüber Burschenschaften (Ich habe den Eindruck dass es vielen Antifas
gar nicht wirklich um “Rechtsextremismus” geht, sondern das Burschenschaften als konservative und alternative Institutionen bzw. Lebensentwürfe grundsätzlich bekämpft und “fertig gemacht” werden soll, dies nach dem Grundsatz: Der Zweck heiligt die Mittel…), sollte doch an ein Mindestmaß an Lauterkeit und Fairness
und an
die nötige politische Differenzierung gekoppelt sein. Leider wird das übliche Vokabular wieder bewußt/unbewußt
wahllos verwendet: völkisch, rechtsextrem etc. Dass der Titel “deutsche Kunstaustellung” bereits NS-lastig bzw. eine Analogie zur (großen) deutschen Kunstaustellung von 1937
sein soll, kommt wohl nur einem Antifa-Aktivisten in den Sinn. Ich hoffe nur, die Germanen verwenden nicht irgendwann mal den Begriff “Autobahn” …
Zum Referenten Björn Clemens: Grundsätzlich gilt: Die Einladung eines Referenten ist nicht mit der Zustimmung zu seinen Thesen oder zu seiner Meinung gleichzusetzen. ERST muss man Jemanden das Wort erteilen, dann seine Meinungen zur Diskussion stellen und schließlich urteilen. Ich bin kein Fan von Björn Clemens, aber dass er bei einem NPD-Empfang teilgenommen hat, ist auch nur die “halbe Wahrheit” und darf nicht zur Stigmatiserung einer Person führen, die als Anwalt, Dichter und Redner viele andere Facetten aufweist. Vielleicht hat er ja dort Einsichten gewonnen, die durchaus diskussionswürdig sind … und auch für NPD-Kritiker interessant sein können. Ich bin gespannt, was er gesagt hat. Zum angeblichen Rauswurf aus dem Logenhaus: Die Hausverwaltung wurde massiv unter Druck gesetzt und wollte darauf hin, dass “nur” die Germania die
Teilnahme absagt. Daraufhin haben sich alle anderen teilnehmenden Bünde entschlossen, die Veranstaltung platzen zu lassen (soweit ich informiert bin). Desweiteren: Dass zwei Germanen angeblich NPD-Mitglieder sein sollen, ist nicht belegt und wird einfach mal so behauptet … wahrscheinlich rundet es die “Story” ab.
Natürlich darf auch die Nennung des Namens des Altherrenvorsitzenden nicht fehlen, damit diversen Kräften der Fingerzeig nicht entgeht. Hier wird ein unbescholtener Beamter, der wahrscheinlich sein Leben lang zum Wohle des Staates (den Herr Gensing durch die GEZ-Eintreiberei alimentiert) gearbeitet hat mal eben so als “Nazi” denunziert. Ich könnte jetzt kurz ausmalen, was dies für die Familie und das Eigentum des Mannes für Folgen haben könnte, aber ich will mich kurz fassen, soviel ist aber sicher: Mit redlichem Journalismus hat das nichts zu tun. Leider muss man erst “Altermedia” bemühen, um zumindest eine differenzierte Darstellung geboten zu kommen. Hier äußert sich der Germane Lüdecke zu den Vorwürfen in einem offenen Brief … und berichtet auch etwas über die Iniatiatoren der Kampagne gegen die Germania. Hochinteressant.
Schade, dass so AM erneut
aufgewertet wird, aber wenn man von den “Leitmedien” nur Kampagnenjournalismus ohne Zwischen- und Grautöne erwarten kann, muss man auch dieses Forum nutzen, um zumindest seinen Standpunkt verbreitet zu sehen. Ein Zeichen, das irgendwas nicht stimmt mit der Medienlandschaft in der BRD.
Getroffene Hunde bellen.
Nachtrag: Es ging um die KLEINE deutsche Kunstasustellung und nicht um die deutsche Kunstaustellung. Der Vergleich bzw. der Vorwurf, auf die GROßE deutsche Kunstausstellung Bezug zu nehmen liegt sehr Nahe und wird sicher auch von einer Menge Menschen in der politischen Mitte so gesehen (ich z. B. zähle mich dazu).
“Clemens ist Ex-Rep-Vize und ein langjähriger Freund von NPD-Stratege Jürgen Gansel”
Was sagen sie dazu? oder zu “Im Gegensatz zu Schlierer trat er (Björn Clemens) für eine Rückbesinnung der Partei auf das Werk des Parteigründers Franz Schönhuber ein. Insbesondere forderte Clemens Wahlabsprachen mit dem Deutschlandpakt von NPD und DVU.”
“So tritt er als Redner bei Saalveranstaltungen und Demonstrationen des gesamten rechtspopulistischen bis rechtsextremen Spektrums der Bundesrepublik auf, etwa bei der „Bürgerbewegung pro Köln“, der NPD, der DVU, der „Gesellschaft für freie Publizistik“ (GfP) und der „Jungen Landsmannschaft Ostdeutschland“ (JLO). Im Februar 2008 war Clemens einer der Hauptredner auf dem jährlichen JLO-Trauermarsch anlässlich des Jahrestages der Zerstörung Dresdens im zweiten Weltkrieg. Vor über 6000 Teilnehmern sprach er unter dem Motto „Unsere Mauern konntet Ihr brechen, unsere Herzen nicht“. Durch seine Auftritte bei den verschiedensten Parteien und Organisationen gilt Clemens mittlerweile als eine der wenigen Integrationsfiguren innerhalb der ansonsten zerstrittenen rechten Szene der Bundesrepublik.”
Interessant sind auch seine Gedichte, die teilweise unverhohlen Ausländerfeindlich sind. Ich werde hier jetzt keinen Link reinstellen, Google wird auch Regor bedienen können.
Soviel zu Herrn Clemens.
Wer so einen Rechtsaußen einlädt, sollte sich nicht wundern, gleich mit in die Ecke gestellt zu werden.
“Ich habe weder “Sieg-Heil-Rufe” noch irgendwelche anderen Äußerungen mitbekommen, die irgendwie problematisch wären.”
Das erinnert mich fatal an die Sätze der Deutschen nach dem zweiten Weltkrieg, als ihnen der Holocaust vor Augen geführt wurde. Es gab diese Rufe, die Polizei war vor Ort, hat alle Personalien aufgenommen.
Aber schön hier wieder sofort auf der “Links ist doch viel schlimmer” Schiene rumreiten.
Eine Frage: Darf ich jetzt die NPD-Zentrale in Berlin-Köpenick anzünden? Schließlich haben ihresgleichen ja auch zig Häuser, Dönerbuden und Autos angezündet. Darf ich den Udo Voigt foltern und dann töten?
Wie kann man Unrecht mit Unrecht aufwägen und rechtfertigen wollen?
“Mit redlichem Journalismus hat das nichts zu tun. Leider muss man erst “Altermedia” bemühen, um zumindest eine differenzierte Darstellung geboten zu kommen. Hier äußert sich der Germane Lüdecke zu den Vorwürfen in einem offenen Brief … und berichtet auch etwas über die Iniatiatoren der Kampagne gegen die Germania. Hochinteressant.
Schade, dass so AM erneut
aufgewertet wird, aber wenn man von den “Leitmedien” nur Kampagnenjournalismus ohne Zwischen- und Grautöne erwarten kann, muss man auch dieses Forum nutzen, um zumindest seinen Standpunkt verbreitet zu sehen.”
Herrlich, das sehe ich ja jetzt erst!
Willkommen bei der Wahl zum “Eigentor des Jahrzents!”
Findest du es nicht auch seltsam, dass du “auch dieses Forum nutzen” musst, “um zumindest seinen Standpunkt verbreitet zu sehen.”
Nachtigall ick hör dir trapsen, du solltes dein “Burschenschafter, National-Konservativer, Umfeld: JF, Sezession, KSA” in “rechtsextremer Burschenschafter, Neo-National” umändern. Oder aber, wenn du auf das Obige beharrst: Hinterfrage deine eigene Motivation, deine politische Einstellung und spätestens dann solltest du dich entweder selber eingestehen, dass rechtsextreme Tendenzen aufweißt oder aber du bleibst in deiner verqueren kleinen Welt (wie eben alle Nazis).
…wieder einmal eine Auswahl geistreicher Polemik, mache ich auch gerne, deshalb: geschenkt.
Nun zu den Kommentaren:
>>Clemens ist Ex-Rep-Vize und ein langjähriger Freund von NPD-Stratege Jürgen Gansel<< Ich halte Gansels Engagement innerhalb der NPD für problematisch und sicher den falschen Weg. Ich denke aber, dass Gansel kein verbohrter und unbelehrbarer “Neonazi” ist, sondern inzwischen gemerkt hat, dass Teile der NPD politikunfähig sind und mit ihren Forderungen nach einem “nationalen Sozialismus” und dem ewigen Schauen in den historischen Rückspiegel Unglück und unhaltbare Zustände heraufbeschwören – die Auseinandersetzungen um eine Neuororientierung der NPD (Mohlau, Gansel) laufen gerade – wie durch AM zu verfolgen. Warum sollte Gansel und das von ihm vertretene Klientel nicht für eine national-konservative Kraft jenseits gewonnen werden können, wenn die NPD Geschichte ist? Es ist doch der FPÖ auch gelungen, radikale Kräfte zu integrieren, sie für ein Engagement im demokratischen Rahmen zu gewinnen und damit die Republik Österreich nachhaltig zu stabilisieren… wie gesagt: Ich bin auch kein großer Fan von Clemens, aber daß die qualitativ unterschiedlichen Gedichte “unverhohlen ausländerfeindlich” sind, konnte ich nicht festellen – sie setzen sich kritisch mit dem Multikulturalismus und den Folgen verfehlter Integration auseinander! Brechts Gedichte (soweit der Vergleich erlaubt ist) waren auch zugespitzt, pointiert und überzeichnet – aus gutem Grund. Clemens, und das werfe ich ihm durchaus vor, “tanzt zu sehr auf allen Hochzeiten” und könnte ruhig mit größerer Vorsicht zur Sache gehen und sollte sich von unbelehrbaren NSlern abgrenzen. Ich halte auch seine Teilnehme an der Dresden-Demo (die im Grunde die Wunsiedel-Ersatzveranstaltung ist) für falsch, obwohl die Rede, soweit ich dies mitbekommen habe, nicht problematisch ist, sondern sich u.a. kritisch mit dem Feilschen um Opferzahlen und dem Werk von G. Knopp auseinandersetzt.
“Eine Frage: Darf ich jetzt die NPD-Zentrale in Berlin-Köpenick anzünden? Schließlich haben ihresgleichen ja auch zig Häuser, Dönerbuden und Autos angezündet. Darf ich den Udo Voigt foltern und dann töten?” – “ihresgleichen”? Ich bin ein scharfer Kritiker der NPD. Ich hasse niemanden, schon gar nicht Ausländer. Aber ich beobachte, dass hier schon der eine oder andere mit Hass infiziert ist und nicht mehr reden und differenzieren, sondern “handeln” will – beantwortet das ihre Frage? Informieren sie aber vorher wenigstens die Nachbarn, damit das Feuer nicht übergreift.
Zu AM: Ja, ich lese AM regelmäßig, genau wie Herr Gensing und Herr Jetter, die dieses Medium auch nutzen. Mir ist vieles auf AM zuwider. Ich muss allerdings (leider) sagen, dass AM eine Schwäche der BRD-Medienlandschaft geschickt ausnutzt – so z.B. das Medienecho im Fall “Mannichl”, um sich als profundes “Gegengewicht” zu produzieren. Dass die Germania dieses Medium nutzt, wird und kann hier nicht auf Verständnis stoßen – völlig klar. Aber das höhere Gut, ist die Schweigespirale bzw. die völlig einseitige, autistische und teilweise hetzerische Berichterstattung in den Leit- und KgR-Medien, die ja symbiotisch miteinander verbunden sind (NPD-Blog – Tagesschau, Zeit – Netz gegen Nazis etc.) zu kontern und seinen Standpunkt über die eigene Heimseite hinaus publik zu machen. Nur so, und leider nur so, kann man erfahren, dass hinter der Medienkampagne ein Linkspartei-Mitglied steht, dass die Unterdrückung der Tibeter durch die Chinesen verteidigte …
Das Gröhlen von “Sieg-Heil” ist sicher kein Spaß und sollte Konsequenzen für die Beteiligten haben, ganz ihrer Meinung.
So, ich (habe 3 Jahre in den USA gelebt, viele Ausländer als Freunde und Sportskameraden, bin mit einer Russin verlobt) kehre jetzt wieder in meine “kleine verquere Nazi-Welt” zurück -stehe aber weiterhin zum Gespräch bereit und bedanke mich zumindestens dafür, dass ich mich hier äußern durfte.
Facebook
Jüngste Artikel
RSS-Feed
Flattr
Kategorien
Publikative.org