Vortrag über Horst Mahler: “Er kehrt heute nur dorthin zurück, von wo er aufgebrochen ist”

An Horst Mahler interessiert heute häufig nur, wie er eigentlich von links außen nach ganz rechts außen driften konnte. Die Frage greift zu kurz. Bevor der Anwalt die RAF mitgründete, kam er, wie manch anderer 68er auch, von ganz rechts. Horst Mahler wuchs in einer nationalsozialistischen Familie auf. Er kehrt heute nur dorthin zurück, von wo er aufgebrochen ist.

Als Mahler noch ganz links außen war, vertrat er darüber hinaus Positionen, die als nationalrevolutionär und antisemitisch charakterisiert werden können. Zwar wäre es ihm damals wohl nicht in den Sinn gekommen, die Shoah zu leugnen. Antisemitisch waren seine Positionen aber bereits damals. Mahler setzt heute in gewisser Weise nur fort, was er als Linksradikaler anfing. Mahler ist dabei keineswegs der einzige Ex-Linksradikale, der heute die antisemitische radikale Rechte unterstützt. Bernd Rabehl – früher Mitglied des SDS und Freund von Rudi Dutschke – und andere tun es ihm gleich.

Dr. Martin Jander, Dozent an der New York University (Berlin), wird über seine Forschungen zu Mahler, Rabehl und anderen sprechen und dabei zeigen, dass ihr Weg in den Rechtsradikalismus keineswegs alternativlos war. Nicht jeder, der heute sein linksradikales Weltbild infrage stellt, muss bei der NPD und ihrem Umfeld landen. Die Lebenswege kommunistischer Dissidenten, von ihren Mutter-Parteien häufig als „Renegaten“ verachtet, geben uns ein Beispiel.

Eine Veranstaltung des Referats für politische Bildung des AStA der Universität Trier.

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